Ins Schwarze treffen
Kurz gesagt
Genau das Richtige sagen oder tun; mit einer Bemerkung, Wahl oder Entscheidung den Kern der Sache erfassen.
- Auf Englisch
- To hit the bullseye
- To hit the nail on the head
- Auch gesagt
- Mitten ins Schwarze treffen
- Das Schwarze treffen
Was bedeutet „Ins Schwarze treffen“?
„Ins Schwarze treffen“ heißt: genau das Richtige sagen oder tun, als hätte man die Mitte einer Zielscheibe getroffen. Das kann eine Bemerkung sein, die das eigentliche Problem benennt, ein Geschenk, über das sich jemand riesig freut, eine Prognose, die exakt eintrifft, oder ein Produkt, das den Geschmack der Kundschaft trifft. Das DWDS nennt beides: das Entscheidende äußern oder tun und mit etwas großen Erfolg haben. Verstärkt heißt es „voll ins Schwarze“ oder „mitten ins Schwarze“.
Der Ton ist umgangssprachlich und anerkennend. Eine Bemerkung, die ins Schwarze trifft, kann aber auch wehtun, wenn sie eine wunde Stelle freilegt. Wörtlich lebt die Wendung im Schießsport weiter, und in Fußballberichten trifft ein Stürmer gelegentlich „ins Schwarze“, wenn er ein Tor schießt. Nah verwandt ist „den Nagel auf den Kopf treffen“, das ebenfalls aus der Schützensprache kommt. Es bezieht sich aber fast nur auf treffende Worte, während man mit „ins Schwarze treffen“ auch Geschenke, Entscheidungen und Ideen lobt.
Woher kommt „Ins Schwarze treffen“?
Die Wendung kommt vom Schießen auf die Scheibe, deren Mitte schwarz war. Das Grimmsche Wörterbuch belegt „das schwartze an der scheiben“ in einem lateinisch-deutschen Wörterbuch von 1660. Schon in Hans Wilhelm Kirchhofs Schwanksammlung „Wendunmuth“ (1563) trifft ein Schütze „mitten im schwartzen den nagel oder zweck, daran die scheiben auffgehenckt war“. Dieser Nagel, der „Zweck“, galt selbst als Ziel; aus ihm ist das heutige Wort „Zweck“ hervorgegangen.
Übertragen gebraucht wird die Wendung schon im 17. Jahrhundert. Bei Grimmelshausen streiten Gelehrte so, „da ein jeder recht und das schwartze in der scheib getroffen haben will“. Goethe lässt im „Egmont“ beim Armbrustschießen rühmen, der Graf habe „immer rein schwarz geschossen“. Und in Schillers „Wilhelm Tell“ sagt der Held in der Hohlen Gasse: „Ich habe oft geschossen in das Schwarze.“ Heute ist „ins Schwarze treffen“ die feste Form, das ältere „das Schwarze treffen“ klingt literarisch.
Quellen
- DWDS: ins Schwarze treffen
- Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚schwarz‘
- DWDS: Zweck (Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch)
- Wiktionary: ins Schwarze treffen
- Friedrich Schiller: Wilhelm Tell (1804), 4. Aufzug, 3. Szene
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
Zum Geburtstag schenkt Murat seiner Mutter einen Töpferkurs, von dem sie seit Jahren redet. Sie strahlt: „Damit hast du voll ins Schwarze getroffen.“
In der Teambesprechung sagt die neue Kollegin nur einen Satz: „Unser Problem ist nicht der Preis, sondern der Service.“ Der Chef nickt: „Das trifft ins Schwarze.“
Beim Schützenfest trifft die 71-jährige Frau Albers fünfmal hintereinander ins Schwarze und wird zur Schützenkönigin ausgerufen.
Häufige Fragen
Warum heißt es „ins Schwarze treffen“?
Die Mitte der Zielscheibe war schwarz. Wer sie traf, hatte den besten Schuss abgegeben. Deshalb sagt man „ins Schwarze treffen“, wenn jemand genau das Richtige sagt oder tut.
Was ist der Unterschied zwischen „ins Schwarze treffen“ und „den Nagel auf den Kopf treffen“?
Beide Wendungen stammen aus der Schützensprache und bedeuten, genau das Richtige zu treffen. „Den Nagel auf den Kopf treffen“ sagt man fast nur von treffenden Worten. „Ins Schwarze treffen“ passt auch zu Geschenken, Entscheidungen oder Produkten, die gut ankommen.
Wie sagt man „ins Schwarze treffen“ auf Englisch?
Am nächsten kommt „to hit the bullseye“. Für eine treffende Bemerkung sagt man auch „to hit the nail on the head“.
Kurzer Test
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Nix gwiss …