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Ein Brett vor dem Kopf haben

Kurz gesagt

Begriffsstutzig sein und etwas nicht verstehen, das eigentlich leicht zu begreifen wäre.

Auf Englisch
to have a mental block
to be as thick as two short planks
Auch gesagt
Ein Brett vorm Kopf haben

Was bedeutet „Ein Brett vor dem Kopf haben“?

Wer ein Brett vor dem Kopf hat, kommt auf etwas Naheliegendes nicht, obwohl die Lösung offen vor ihm liegt. Meist geht es um einen Moment: Man sucht die Brille, die auf der Stirn sitzt, oder rechnet dreimal nach, weil man eine Null übersieht. Oft sagt man es über sich selbst („Ich hatte echt ein Brett vor dem Kopf“) und entschuldigt damit eine Denkpause. So gebraucht, ist die Wendung umgangssprachlich und harmlos.

Über andere gesagt, wird sie schnell spitz. „Hast du ein Brett vor dem Kopf?“ unterstellt, dass jemand schwer von Begriff ist oder sich stur stellt. Früher bezeichnete sie stärker die dauerhafte Beschränktheit: Wander stellt sie im 19. Jahrhundert in eine lange Reihe von Ausdrücken für Menschen „mit mehr oder weniger beschränktem Verstande“. Heute denkt man eher an eine kurze Blockade. Nah verwandt ist „auf dem Schlauch stehen“, das fast nur den vorübergehenden Aussetzer meint. Das Gegenstück ist der Augenblick, in dem einem ein Licht aufgeht.

Woher kommt „Ein Brett vor dem Kopf haben“?

Die gängige Erklärung führt zu den Zugochsen. Das Etymologische Wörterbuch von Kluge schreibt: „Ein Brett vor dem Kopf haben die störrischen Ochsen, denen das Jochbrett über die Augen gehängt wird.“ Röhrich und der Duden-Band „Redewendungen“ nennen zwei Lesarten. Nach der einen hängte man scheuenden Ochsen ein Brett vor die Augen, um sie zu beruhigen. Nach der anderen ist das Stirnjoch gemeint, das vor den Hörnern lag. Weil der Ochse ohnehin als Sinnbild der Dummheit galt, lag die Vorstellung nahe, das Brett versperre ihm auch das Denken. Sicher belegt ist keine der beiden Deutungen.

Die Wendung selbst ist gut bezeugt. Grimms Deutsches Wörterbuch führt im Artikel „Bret“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts an: „er hat ein bret vor dem kopf“, dazu „mit bretern vernagelt“. Wander verzeichnet „Er hat ein Bret vor dem Kopfe“ und die Berliner Steigerung „So dumm, so blau, so ’n Brett vor’n Kopp“.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Seit zehn Minuten sucht Ole den Fehler im Onlineformular, dann sieht er es: falsches Geburtsjahr. „Ich hatte echt ein Brett vor dem Kopf“, murmelt er.

  • Mia erklärt ihrem Opa zum dritten Mal, wie man ein Foto in die Familiengruppe schickt. „Entschuldige, ich hab heute ein Brett vor dem Kopf“, sagt er und lacht.

  • Beim Kreuzworträtsel fehlt Frau Kaya ein Nebenfluss der Donau mit drei Buchstaben. Ihr Mann ruft aus der Küche: „Inn! Hast du ein Brett vor dem Kopf?“

Häufige Fragen

Ist „ein Brett vor dem Kopf haben“ eine Beleidigung?

Über sich selbst gesagt ist die Wendung harmlos. Wer sie einem anderen vorhält, unterstellt ihm Begriffsstutzigkeit, und das kann je nach Ton kränken.

Was ist der Unterschied zu „auf dem Schlauch stehen“?

Beide Wendungen beschreiben, dass man etwas nicht begreift. „Auf dem Schlauch stehen“ meint fast immer einen kurzen Aussetzer, „ein Brett vor dem Kopf haben“ kann auch grundsätzliche Begriffsstutzigkeit bezeichnen.

Wie sagt man „ein Brett vor dem Kopf haben“ auf Englisch?

Für die kurze Denkblockade passt „to have a mental block“. Wer jemanden für ausgesprochen beschränkt hält, sagt im britischen Englisch „as thick as two short planks“.

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