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Wer schreibt, der bleibt

Kurz gesagt

Was schriftlich festgehalten ist, hat Bestand und lässt sich später belegen, während das bloß Gesagte vergessen oder bestritten wird.

Auf Englisch
Get it in writing
Auch gesagt
Was man schreibet, das bleibet
Wer nicht schreibt, der nicht bleibt

Was bedeutet „Wer schreibt, der bleibt“?

„Wer schreibt, der bleibt“ heißt: Wer Absprachen, Beobachtungen und Gedanken aufschreibt, ist im Vorteil, denn das Geschriebene überdauert das gesprochene Wort. Meist ist der Satz ein praktischer Rat. Man bestätigt die Zusage des Vermieters per Mail, lässt sich ein Angebot schriftlich geben oder notiert im Job, wer was wann versprochen hat. In der Pflege, im Handwerk und in Rechtsratgebern ist er eine feste Formel für sorgfältige Dokumentation. Er gilt auch in die andere Richtung: Wer etwas schriftlich zugesagt hat, muss sich daran festhalten lassen.

Eine zweite Lesart zielt auf das Andenken. Wer Bücher, Briefe oder Tagebücher hinterlässt, wird nicht vergessen, und so zitieren den Satz gern Schreibkurse und Biografiewerkstätten. Beim Kartenspiel bekommt er einen spöttischen Unterton: Wer die Punkte aufschreibt, hat alles in der Hand, und die anderen schauen ihm auf die Finger. Der Ton ist umgangssprachlich und meist sachlich, oft mit einem Schmunzeln.

Woher kommt „Wer schreibt, der bleibt“?

Den Gedanken kennen schon die frühen Sprichwortsammlungen. Wander verzeichnet 1876 unter „Schreiben“ die Fassung „Was man schreibet, das bleibet“ und nennt als Quellen unter anderem Friedrich Petri (1605) und Georg Henisch (1616). Er erklärt sie rechtlich: Urkunden und Briefe sind der sicherste Beweis, und wer etwas schriftlich gegeben hat, muss es gegen sich gelten lassen. Daneben stehen niederdeutsche Formen, die der heutigen schon sehr nahe kommen, etwa „De der schrift, de der blift“ aus Oldenburg und „Wecker schrivt, de blivt“ aus Strelitz. Karl Simrock nimmt 1846 „Wer nicht schreibt, der nicht bleibt“ auf. Eine Holsteiner Form deutet Wander kaufmännisch: Wer sich behaupten will, muss über Einnahmen und Ausgaben Buch führen.

Der Redensarten-Index führt den Spruch, gestützt auf Heinz Küppers Wörterbuch der Umgangssprache, auf einen scherzhaften Gebrauch beim Kartenspiel seit etwa 1900 zurück: Dem, der die Punkte notiert, unterstellt man Schummelei. Diese Verwendung gibt es, als Ursprung taugt sie aber nicht, denn die Sammlungen belegen das Sprichwort Jahrhunderte früher.

Beispiele aus dem Alltag

  • Der Vermieter hat am Telefon versprochen, die Heizung bis Freitag zu reparieren. Aylin schickt ihm trotzdem eine Mail mit der Zusage. „Wer schreibt, der bleibt“, sagt sie zu ihrer Mitbewohnerin.

  • In der Einarbeitung zeigt die Stationsleiterin den neuen Pflegekräften die Akte: „Wer schreibt, der bleibt. Was hier nicht steht, ist im Zweifel nicht passiert.“

  • Beim Doppelkopf greift Opa Heinz wie jeden Sonntag zum Block. Lukas grinst: „Wer schreibt, der bleibt, was, Opa?“

Häufige Fragen

Woher kommt „Wer schreibt, der bleibt“?

„Wer schreibt, der bleibt“ geht auf ein altes Sprichwort über den Wert schriftlicher Belege zurück. Als „Was man schreibet, das bleibet“ steht es schon 1605 in Friedrich Petris Sammlung, niederdeutsche Formen wie „Wecker schrivt, de blivt“ verzeichnet Wander 1876.

Kommt „Wer schreibt, der bleibt“ vom Kartenspiel?

Nicht ursprünglich. Beim Kartenspiel wird „Wer schreibt, der bleibt“ nach Heinz Küpper seit etwa 1900 scherzhaft auf den gemünzt, der die Punkte notiert. Das Sprichwort selbst ist aber viel älter und meinte zunächst Urkunden, Briefe und Rechnungsbücher.

Wie sagt man „Wer schreibt, der bleibt“ auf Englisch?

Ein festes englisches Sprichwort gibt es dafür nicht. Im Alltag rät man „Get it in writing“, also: Lass es dir schriftlich geben. Bekannt ist auch die lateinische Formel „Verba volant, scripta manent“: Worte verfliegen, Geschriebenes bleibt.

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