Zwei Dumme, ein Gedanke
Kurz gesagt
Scherzhafter Kommentar, wenn zwei Menschen gleichzeitig denselben Einfall haben oder dasselbe sagen oder tun.
- Auf Englisch
- Great minds think alike
- Fools seldom differ
- Auch gesagt
- Zwei Doofe, ein Gedanke
- Gegenteil
- Jeder Jeck is anders
Was bedeutet „Zwei Dumme, ein Gedanke“?
„Zwei Dumme, ein Gedanke“ sagt man, wenn zwei Menschen im selben Moment denselben Einfall haben oder dasselbe aussprechen. Zwei Freundinnen kommen im gleichen Kleid zur Party, zwei Kollegen schicken fast gleichzeitig denselben Vorschlag an die Chefin, zwei Geschwister schenken der Mutter dasselbe Buch zum Geburtstag. Der Satz fällt meist lachend, oft sogar im Chor, und löst eine peinliche oder verblüffende Situation auf.
Beleidigend ist er nicht gemeint. Die „Dummen“ sind die beiden Sprecher selbst, der Spott richtet sich nach innen und verbindet. Der Redensarten-Index nennt die Wendung umgangssprachlich und eher selbstironisch. Über zwei andere gesagt, kann sie dagegen spitz klingen. Verbreitet ist auch die Form „Zwei Doofe, ein Gedanke“. Wer das Lob der Übereinstimmung ohne Selbstspott ausdrücken will, greift zur älteren Wendung „Zwei Seelen und ein Gedanke“, die das DWDS als Ausdruck für den gleichen Einfall oder Plan zweier Menschen verzeichnet.
Woher kommt „Zwei Dumme, ein Gedanke“?
„Zwei Dumme, ein Gedanke“ ist sehr wahrscheinlich eine spöttische Abwandlung von „Zwei Seelen und ein Gedanke“, Aufbau und Rhythmus sind gleich. Diese Wendung stammt aus Friedrich Halms Drama „Der Sohn der Wildnis“ von 1842. Dort singt die Heldin Parthenia ein Lied, das fragt, was Liebe sei. Die Antwort lautet: „Zwei Seelen und ein Gedanke, / Zwei Herzen und ein Schlag!“ Büchmann nahm die Verse unter die geflügelten Worte auf. Friedrich Halm ist das Pseudonym des österreichischen Dramatikers Eligius Franz Joseph von Münch-Bellinghausen.
Wann aus den Seelen die Dummen wurden, ist nicht genau bekannt. Der Redensarten-Index vermutet die Entstehung im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts und nennt als schriftlichen Beleg Brigitte Struzyks Roman „Caroline unterm Freiheitsbaum“ von 1988. Ob es ältere Belege gibt, ist nicht untersucht, und ausdrücklich nachgewiesen ist auch der Bezug auf Halm nicht.
Beispiele aus dem Alltag
Leonie und Aylin stehen auf der Abiparty plötzlich im gleichen grünen Kleid voreinander. Nach einer Schrecksekunde rufen beide: „Zwei Dumme, ein Gedanke!“
Herr Nowak hat der Chefin gerade einen Vorschlag gemailt, da liegt schon derselbe von seiner Kollegin im Postfach. Er schreibt ihr: „Zwei Dumme, ein Gedanke.“
Jonas und seine Schwester haben der Mutter beide denselben Krimi zum Geburtstag gekauft. „Zwei Doofe, ein Gedanke“, lacht Jonas und hält sein Exemplar hoch.
Häufige Fragen
Woher kommt „Zwei Dumme, ein Gedanke“?
„Zwei Dumme, ein Gedanke“ ist sehr wahrscheinlich eine scherzhafte Abwandlung von „Zwei Seelen und ein Gedanke“ aus Friedrich Halms Drama „Der Sohn der Wildnis“ (1842). Einen frühen schriftlichen Beleg nennt der Redensarten-Index aus dem Jahr 1988.
Ist „Zwei Dumme, ein Gedanke“ eine Beleidigung?
Meist nicht. Wer „Zwei Dumme, ein Gedanke“ sagt, zählt sich selbst zu den beiden Dummen, der Satz ist selbstironisch und verbindend. Über zwei andere gesagt, kann er allerdings spöttisch ankommen.
Wie sagt man „Zwei Dumme, ein Gedanke“ auf Englisch?
Üblich ist „Great minds think alike“, im selben augenzwinkernden Ton. Wer den Spott umdrehen will, ergänzt „… but fools seldom differ“.
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