Jeder Jeck is anders
Kurz gesagt
Rheinisch für „Jeder Narr ist anders“: Jeder Mensch hat seine Eigenheiten, und man lässt ihn so, wie er ist.
- Auf Englisch
- It takes all sorts (to make a world)
- Different strokes for different folks
- Auch gesagt
- Jede Jeck es anders
- Jede Jeck is anders
- Jeder Jeck ist anders
Was bedeutet „Jeder Jeck is anders“?
Hochdeutsch: „Jeder Narr ist anders.“ Mit dem rheinischen Spruch erklärt man Toleranz zur Grundregel: Jeder Mensch hat seine Macken und Vorlieben, und das ist in Ordnung. Ein „Jeck“ ist im Rheinland ein Narr, vor allem einer, der Karneval feiert, und weil im Karneval alle ein wenig jeck sind, schließt der Satz den Sprecher mit ein. Man sagt ihn schmunzelnd, wenn jemand ungewöhnliche Hobbys, einen seltsamen Geschmack oder eigenwillige Gewohnheiten hat.
Der Satz ist freundlich gemeint, kann aber auch eine sanfte Distanz ausdrücken: Ich verstehe es nicht, aber bitte. Wikipedia beschreibt Sprüche wie „Jede Jeck ist anders“ und „Jet jeck simmer all“ (Ein bisschen jeck sind wir alle) als rheinische Bekenntnisse zu Toleranz und Nachsicht, im Wissen um die eigene Unvollkommenheit. Im Kölschen schreibt man meist „Jede Jeck es anders“ oder „Jede Jeck is anders“, daneben ist die halb hochdeutsche Form „Jeder Jeck is anders“ verbreitet.
Woher kommt „Jeder Jeck is anders“?
Woher der Spruch stammt, ist nicht belegt. Er gehört nicht zu den elf Artikeln, die Konrad Beikircher 2001 als „Rheinisches Grundgesetz“ zusammenstellte, wird aber von manchen Autoren als Ergänzung dazugezählt, mit der Erläuterung, man solle seine Mitmenschen nehmen, wie sie sind. Erweitert lautet er: „Jede Jeck es anders, jeder es anders jeck, und jet jeck sin mir all“ (Jeder Narr ist anders, jeder ist anders närrisch, und ein bisschen närrisch sind wir alle).
Das Wort „Jeck“ ist die rheinische Form von „Geck“, das ursprünglich einen Narren bezeichnete. Wie fest der Spruch im Karneval verankert ist, zeigen die Mottos, die mit ihm spielen. Der Kölner Rosenmontagszug zog 1987 unter dem Motto „Janz Kölle dräump, un jede Jeck dräump anders“, und eine Kölner Karnevalssitzung von Zugezogenen nennt sich seit 2010 mit dem Leitspruch „Jede Jeck is von woanders“.
Beispiele aus dem Alltag
Kollege Ralf trägt im Büro bei jedem Wetter Sandalen mit Socken. „Jeder Jeck is anders“, sagt seine Chefin nur, als ein Kunde die Augenbraue hebt.
Svenja isst Pommes mit Nutella und schwört, dass es schmeckt. Ihr Freund schüttelt den Kopf: „Na ja, jeder Jeck is anders.“
Im Kegelverein will einer die Weihnachtsfeier im Juli machen, der andere am liebsten gar keine. Am Ende sagt der Präsident: „Jeder Jeck is anders. Wir stimmen ab.“
Lustige Abwandlungen
Jede Jeck is von woanders.
Motto der Immisitzung, einer Kölner Karnevalssitzung von Zugezogenen und Eingewanderten, gegründet 2010.
Jede Jeck dräump anders.
Aus dem Motto des Kölner Rosenmontagszugs 1987: „Janz Kölle dräump, un jede Jeck dräump anders“.
Häufige Fragen
Was ist ein Jeck?
Ein Jeck ist im Rheinland ein Narr, vor allem jemand, der Karneval feiert. Das Wort ist die rheinische Form von „Geck“ und kann liebevoll oder abwertend gemeint sein.
Gehört „Jeder Jeck is anders“ zum Kölschen Grundgesetz?
Nicht zu den elf Artikeln, die Konrad Beikircher 2001 zusammengestellt hat. Manche Autoren zählen den Spruch aber als Ergänzung dazu, zusammen mit Sätzen wie „Mät nix“ (Macht nichts).
Wie sagt man „Jeder Jeck is anders“ auf Englisch?
Im britischen Englisch sagt man „It takes all sorts (to make a world)“, im amerikanischen eher „Different strokes for different folks“.
Kurzer Test
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