Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins
Kurz gesagt
Um den 24. Februar, den Matthiastag, wendet sich der Winter: Entweder taut das Eis, oder es kommt noch einmal Frost.
- Lostag
- 24. Februar (Matthias)
- Auch gesagt
- Der Matthias, ja der bricht das Eis, und hat er keins, so macht er eins
- Mattheis bricht all Eis, findt er keins, so macht er eins
Was bedeutet „Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins“?
Die Regel „Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins“ macht den Matthiastag am 24. Februar zum Wendepunkt des Spätwinters. Liegt noch Eis auf Teichen und Bächen, soll es jetzt aufbrechen. Ist es dagegen schon mild, bringt der Heilige neuen Frost. „Mattheis“ ist die volkstümliche Form von Matthias, wie man sie besonders in Bayern und Österreich hört. Bekannt ist der Spruch auch durch Georg Queris Lustspiel „Mattheis bricht’s Eis“ von 1918, das 1972 in der Reihe „Der Komödienstadel“ verfilmt wurde.
Ihre Stärke ist zugleich ihre Schwäche: Die Regel lässt beide Ausgänge zu und kann darum kaum danebenliegen. Ende Februar ist das Wetter in Mitteleuropa tatsächlich im Umbruch. Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes gibt es Mitte Februar häufig noch eine kalte Phase, danach steigen die Temperaturen im Mittel spürbar. Ob es um den 24. Februar taut oder friert, entscheidet die jeweilige Großwetterlage. Eine Vorhersage im eigentlichen Sinn enthält der Spruch also nicht, eher die Erfahrung, dass in diesen Tagen beides vorkommt. Vor der Kalenderreform von 1582 lag der Matthiastag auf dem heutigen 6. März.
Woher kommt „Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins“?
Matthias wurde nach der Apostelgeschichte durch das Los als zwölfter Apostel an die Stelle des Judas Iskariot gewählt. Sein Fest liegt im deutschen Sprachgebiet am 24. Februar, in Schaltjahren früher am 25. Februar. Die katholische Kirche hat es bei der Liturgiereform auf den 14. Mai verlegt, der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet hält aber am Februartermin fest.
Die Regel gehört zu den am besten belegten Bauernregeln. Wander verzeichnet 1873 unter dem Stichwort „Matthias“ die Form „Mattheis bricht all Eis, findt er keins, so macht er eins“ und nennt fast zwanzig Quellen, darunter die Sprichwortsammlungen von Friedrich Petri und Christoph Lehmann aus dem 17. Jahrhundert. Er führt Fassungen aus Schwaben, Holstein, dem Elsass und Oberösterreich an. In Böhmen erzählte man nach Wander, Matthias habe seine Hacke verloren, wenn das Eis nicht brach, und erst der heilige Joseph finde sie wieder.
Beispiele aus dem Alltag
Am 24. Februar knackt das Eis auf dem Dorfweiher in Unterfranken. Fischer Konrad nickt zufrieden: „Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins. Heuer hat er welches gefunden.“
Nach einer milden Woche meldet der Wetterbericht für Ende Februar Nachtfrost. „Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins“, sagt Frau Brandl und holt die Abdeckhauben für die Rosen wieder heraus.
Im Theaterverein proben sie Queris Lustspiel. Die Regisseurin erklärt den neuen Mitgliedern den Titel: „Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins. Das ist eine Bauernregel zum 24. Februar.“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel „Mattheis bricht’s Eis“?
Die Regel vom Matthiastag kann kaum falsch sein, weil sie Tauwetter und neuen Frost gleichermaßen zulässt. Richtig ist, dass Ende Februar beides häufig vorkommt, weil sich der Spätwinter mit ersten milden Phasen abwechselt.
Wann ist der Matthiastag?
Der Matthiastag ist im deutschen Sprachgebiet der 24. Februar. In der katholischen Weltkirche wird der Apostel Matthias seit der Liturgiereform am 14. Mai gefeiert.
Wer war Matthias?
Matthias wurde nach der Apostelgeschichte durch das Los in den Kreis der zwölf Apostel gewählt, als Nachfolger des Judas Iskariot.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Aller Anfang …