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Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer

Kurz gesagt

Friert es am 22. Februar, dem Fest Petri Stuhlfeier, sollen in diesem Jahr noch vierzehn weitere Frostnächte folgen.

Auch gesagt
Friert’s auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer
Ist Petri Stuhlfeier kalt, hat der Winter noch 40 Tage Gewalt

Was bedeutet „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer“?

Die Regel „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer“ zählt den Winter aus: Gibt es am 22. Februar Frost, kommen noch vierzehn weitere Frostnächte. „Heuer“ ist ein süddeutsches und österreichisches Wort für „in diesem Jahr“. Der Tag hatte im Bauernjahr Gewicht, weil er in manchen Gegenden als Beginn des Frühlings galt. Man zitiert die Regel Ende Februar, wenn nach den ersten milden Tagen wieder Raureif auf den Autoscheiben liegt.

Mit der Zahl vierzehn sollte man es nicht zu genau nehmen. Wie viele Frostnächte nach dem 22. Februar noch kommen, hängt vor allem von der Lage ab, am Niederrhein sind es meist deutlich weniger als im Alpenvorland oder im Mittelgebirge. Eine meteorologische Auswertung genau dieser Regel liegt nicht vor. Wetterportale geben für die Tage vom 20. bis 23. Februar an, kaltes Winterwetter halte in zwei von drei Jahren mit wenigen Unterbrechungen bis Ende März an, nennen aber keine Quelle. Plausibel ist der Kern: Eine kalte Wetterlage Ende Februar löst sich selten über Nacht auf. Nach der Kalenderreform von 1582 entspricht der alte Lostag dem heutigen 4. März.

Woher kommt „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer“?

Petri Stuhlfeier, kirchlich Kathedra Petri, wird am 22. Februar gefeiert und ist in Rom seit dem Jahr 354 nachweisbar. Das Fest erinnert an das Amt des Apostels Petrus, an seinen „Stuhl“ als Bischof von Rom. Im Norden war der Tag ein Einschnitt im Jahr: Die Schifffahrt der Hansestädte ruhte von Martini bis Petri Stuhlfeier, und am Vorabend brennen in Nordfriesland bis heute die Biikefeuer.

Wander verzeichnet 1873 unter dem Stichwort „Petrus“ die Form „Friert’s auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer“ mit Verweis auf Karl Simrocks Sammlung „Die deutschen Sprichwörter“ von 1846. Daneben stehen Fassungen, die mit vierzig Tagen rechnen, etwa „Gibt’s an Petri Stuhlfeier Frost, kommt noch vierzigmal so harte Kost“. Woher die Regel ursprünglich stammt, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 22. Februar zeigt das Thermometer in Rosenheim minus sechs Grad. Bäckermeister Huber stellt die Brezen ins Fenster und sagt zur ersten Kundin: „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer.“

  • Lisa will Ende Februar die Sommerreifen aufziehen lassen. Ihr Vater hält sie auf: „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer. Heute Nacht hatten wir minus drei.“

  • Auf Föhr erzählt die Gästeführerin am Biikefeuer von alten Bräuchen und zitiert eine Regel für den nächsten Tag: „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuer.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel zu Petri Stuhlfeier?

Eine Auswertung genau dieser Regel ist nicht bekannt. Wie viele Frostnächte nach dem 22. Februar noch folgen, hängt vor allem von Region und Höhenlage ab, nicht vom Wetter an diesem einen Tag.

Was ist Petri Stuhlfeier?

Petri Stuhlfeier, kirchlich Kathedra Petri, ist ein Fest am 22. Februar. Es erinnert an das Amt des Apostels Petrus, den die Kirche als ersten Bischof von Rom verehrt.

Was bedeutet „heuer“?

„Heuer“ heißt „in diesem Jahr“. Das Wort ist vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gebräuchlich.

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