Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut
Kurz gesagt
Starker Tau am Morgen zeigt im August an, dass das schöne Wetter vorerst anhält.
- Monat
- August
- Auf Englisch
- When the dew is on the grass, rain will never come to pass
- Auch gesagt
- Wenn’s im August stark tauen tut, so bleibt das Wetter meistens gut
Was bedeutet „Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut“?
Die Regel sagt: Liegt im August morgens viel Tau auf Wiesen, Feldern und Autodächern, bleibt das Wetter meistens schön. Anders als die meisten Lostagsregeln schaut sie nicht Wochen voraus, sondern auf die nächsten Tage, und sie beruht auf einer Beobachtung, die jeder selbst machen kann. Sie gehört zu den Wetterzeichen, nach denen sich Bauern beim Heuen und in der Ernte richteten: Ein nasser Morgen versprach einen trockenen Tag. „Tauen tut“ ist eine Umschreibung mit „tun“, die der Reim braucht. Umgekehrt heißt es in einer verwandten Regel: „Fällt kein Tau im Julius, Regen man erwarten muss.“
Meteorologisch hat die Regel einen soliden Kern. Tau entsteht, wenn Boden und Pflanzen nachts durch Ausstrahlung stark abkühlen und die Luft darüber unter ihren Taupunkt fällt. Dafür braucht es einen klaren, wolkenlosen Himmel und möglichst ruhige Luft, also genau die Bedingungen, die ein Hochdruckgebiet mit sich bringt. Starker Tau zeigt deshalb, dass gerade ein Hoch das Wetter bestimmt, und solche Lagen halten oft mehrere Tage. Fehlt der Tau nach einer Sommernacht, war der Himmel oft bedeckt oder es wehte Wind, beides kann einen Wetterwechsel ankündigen. Eine Garantie ist das nicht: Zieht eine Front heran, kann es trotz nassem Morgen am Nachmittag gewittern.
Woher kommt „Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut“?
Wander verzeichnet die Regel 1867 im ersten Band des Deutschen Sprichwörter-Lexikons unter „August“ als „Wenn’s im August stark thauen thut, so bleibt das Wetter meistens gut“. In heutigen Sammlungen steht sie auch ohne „so“. Verwandt ist „Der Tau tut dem August so not, wie jedermann das täglich Brot“, das den Tau für den August als unentbehrlich ansieht. Wann die Regeln entstanden, ist nicht belegt.
Die Beobachtung selbst ist weit verbreitet. Im Englischen sagt man „When the dew is on the grass, rain will never come to pass“. Weil die Tauregel ein physikalisch erklärbares Wetterzeichen beschreibt und nur wenige Tage vorausschaut, ist sie verlässlicher als Regeln, die aus einem einzelnen Tag auf Wochen oder Monate schließen.
Beispiele aus dem Alltag
Um sechs Uhr morgens läuft Bäuerin Grete durch die klatschnasse Wiese zum Stall. Sie ruft ihrem Sohn zu: „Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut. Heute fahren wir das Stroh ein.“
Im Zeltlager sind die Schlafsäcke außen feucht. Betreuer Kai beruhigt die Kinder: „Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut. Die Kanutour findet statt.“
Lea wischt fluchend die nasse Windschutzscheibe ab. Ihr Nachbar, Hobbymeteorologe, grinst über den Zaun: „Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut. Freu dich doch.“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel mit dem Tau?
Im Kern ja. Starker Tau bildet sich in klaren, windstillen Nächten, wie sie bei Hochdruckwetter typisch sind. Deshalb kündigt er oft einige Tage beständiges Wetter an, eine Garantie ist er nicht.
Wie entsteht Tau?
Tau entsteht, wenn Boden und Pflanzen nachts durch Ausstrahlung so stark abkühlen, dass die Luft darüber unter ihren Taupunkt fällt. Der Wasserdampf schlägt sich dann als Tröpfchen nieder, am stärksten bei klarem Himmel und ruhiger Luft.
Gibt es die Tauregel auch auf Englisch?
Im Englischen heißt die Tauregel „When the dew is on the grass, rain will never come to pass“. Gemeint ist dasselbe: Tau am Morgen spricht für trockenes Wetter.
Kurzer Test
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