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Morgenrot, schlecht Wetter droht; Abendrot, gut Wetterbot

Kurz gesagt

Ein rot leuchtender Morgenhimmel kündigt oft Regen an, ein roter Abendhimmel eher schönes Wetter.

Auf Englisch
Red sky at night, shepherd’s delight; red sky in the morning, shepherd’s warning
Red sky at night, sailor’s delight
Auch gesagt
Morgenrot, schlecht Wetter droht
Abendrot, Schönwetterbot

Was bedeutet „Morgenrot, schlecht Wetter droht; Abendrot, gut Wetterbot“?

Die Regel deutet die Farbe des Himmels bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang als Prognose für die nächsten Stunden. Glühen am Morgen die Wolken rot, soll es bald regnen. Leuchtet der Abendhimmel, darf man mit einem freundlichen nächsten Tag rechnen. „Wetterbot“ ist eine verkürzte Form von „Wetterbote“.

Anders als viele Bauernregeln hat diese einen echten meteorologischen Kern. In Mitteleuropa zieht das Wetter meist von Westen heran. Am Morgen steht die Sonne im Osten, wo der Himmel noch klar ist, und strahlt die Wolken an, die von Westen aufziehen. Am Abend ist es umgekehrt: Der Westen ist frei, die roten Wolken im Osten ziehen ab. Verlässlich ist die Regel trotzdem nur bei Westwetterlagen.

Woher kommt „Morgenrot, schlecht Wetter droht; Abendrot, gut Wetterbot“?

Wann die Regel ihre Reimform bekam, ist nicht belegt. Die Beobachtung selbst ist uralt. Im Matthäusevangelium (16,2 bis 3) hält Jesus seinen Zuhörern vor, dass sie den Himmel lesen können: Am Abend sagten sie, es werde schön, weil der Himmel rot sei, am Morgen, es komme ein Unwetter, weil der Himmel rot und trüb sei. Die Zeichen der Zeit dagegen könnten sie nicht deuten.

Dieselbe Regel gibt es in vielen Sprachen. Im Englischen heißt sie „Red sky at night, shepherd’s delight; red sky in the morning, shepherd’s warning“, bei Seeleuten mit „sailor“ statt „shepherd“. Für Bauern, Hirten und Seeleute war eine kurzfristige Wetterprognose lebenswichtig, lange bevor es Wetterdienste gab.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Um sechs Uhr glüht der Himmel über dem Campingplatz feuerrot. Opa Klaus packt die Regenjacken ein: „Morgenrot, schlecht Wetter droht.“ Mittags gießt es tatsächlich.

  • Auf der Terrasse genießen Leonie und Max den roten Sonnenuntergang. „Abendrot, gut Wetterbot“, sagt Leonie. „Morgen können wir segeln.“

  • In der Erdkundestunde fragt Frau Brandt: „Stimmt ‚Morgenrot, schlecht Wetter droht‘?“ Jonas meldet sich: „Meistens, weil das Wetter bei uns von Westen kommt.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Morgenrot, schlecht Wetter droht“?

Oft ja, zumindest bei uns. Weil das Wetter in Mitteleuropa meist von Westen kommt, kündigen rot angestrahlte Wolken am Morgen häufig Regen an. Eine Garantie ist das nicht, vor allem bei stabilem Hochdruckwetter.

Was bedeutet „Wetterbot“?

Es ist eine verkürzte Form von „Wetterbote“. Das Abendrot gilt also als Bote für gutes Wetter.

Steht die Regel in der Bibel?

Sinngemäß ja. In Matthäus 16,2 bis 3 erwähnt Jesus, dass die Menschen einen roten Abendhimmel als Zeichen für schönes und einen roten Morgenhimmel als Zeichen für Unwetter deuten.

Warum ist der Himmel morgens und abends rot?

Wenn die Sonne tief steht, legt ihr Licht einen langen Weg durch die Luft zurück. Blaues Licht wird dabei stärker gestreut, übrig bleiben vor allem Rot und Orange, die die Wolken anstrahlen.

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