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Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen

Kurz gesagt

Regen im September ist für die Landwirtschaft willkommen, weil er der frisch gesäten Herbstsaat beim Keimen hilft.

Auch gesagt
Am feinen Septemberregen ist dem Bauern gelegen
An Septemberregen für Saat und Reben ist den Bauern gelegen

Was bedeutet „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen“?

Die Bauernregel sagt: Regen im September kommt dem Bauern recht. „Gelegen sein“ heißt hier „wichtig sein“ oder „willkommen sein“. Im September beginnt die Aussaat des Wintergetreides, im Garten kommen Feldsalat, Spinat und Knoblauch in die Erde. Damit die Saat aufgeht, braucht der Boden Feuchtigkeit, solange es noch mild ist. Anders als viele Bauernregeln sagt diese kein Wetter voraus, sie beschreibt, welches Wetter man sich zu dieser Zeit wünscht. Zitiert wird sie oft, wenn nach einem trockenen Sommer endlich wieder Regen fällt und jemand über den verdorbenen Ausflug klagt.

Der Deutsche Wetterdienst hält die Regel in der Fassung „Am feinen Septemberregen ist dem Bauern gelegen“ für weiterhin gültig: Gleichmäßige Feuchtigkeit nach der Aussaat hilft beim Keimen. Wichtig ist das Wort „fein“, denn gemeint ist ein sanfter Landregen und kein Starkregen, der Saat und Boden wegschwemmt. Nicht alle freuen sich allerdings über Septemberregen. Im Weinbau kann Regen kurz vor und während der Lese schaden, weil die Trauben faulen. Ein bairischer Hauskalender, den Wander zitiert, hält deshalb dagegen: „Wenn der Septemberregen den Winzer trifft, so ist er so schlecht als Gift.“

Woher kommt „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen“?

Die Regel ist in mehreren Fassungen überliefert. Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) unter dem Stichwort „Septemberregen“ die heute verbreitete Form „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen“ nach einer Sammlung mit dem Kurztitel „Weckstimmen“. Eine zweite Fassung bei Wander nennt ausdrücklich Saat und Reben: „An Septemberregen für Saat und Reben ist den Bauern gelegen.“

„Dem Bauer“ ist eine ältere Dativform, heute sagt man meist „dem Bauern“. Der Deutsche Wetterdienst zitiert 2021 die Fassung mit dem „feinen Septemberregen“. Wer die Regel zuerst aufgeschrieben hat, ist nicht bekannt. Sie gehört zu den Regeln, die eher Erfahrungswissen über Saat und Ernte festhalten als eine Wettervorhersage.

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach Wochen ohne Regen prasselt es endlich auf das Gewächshausdach. Gärtnerin Aylin atmet auf: „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen. Jetzt kann der Feldsalat kommen.“

  • Lukas schimpft, weil das Grillfest im Schrebergarten ins Wasser fällt. Sein Vater schaut auf die frisch gesäten Beete: „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen, und mir auch.“

  • Landwirt Bernd Hölscher hat gerade den Winterweizen gesät. „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen“, sagt er zu seinem Azubi, „aber bitte als Landregen, nicht als Wolkenbruch.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen“?

Im Kern ja. Der Deutsche Wetterdienst hält sie für weiterhin gültig, weil gleichmäßige Feuchtigkeit nach der Herbstaussaat beim Keimen hilft. Starkregen und Regen während der Weinlese schaden dagegen.

Was bedeutet „gelegen“ in dieser Bauernregel?

„Gelegen sein“ bedeutet hier „wichtig sein“ oder „willkommen sein“. Dem Bauern ist am Regen viel gelegen, weil seine Herbstsaat Feuchtigkeit braucht.

Heißt es „dem Bauer“ oder „dem Bauern“?

Heute ist „dem Bauern“ üblich. Die Bauernregel bewahrt mit „dem Bauer“ eine ältere Form, die Wander schon im 19. Jahrhundert so verzeichnet.

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