Margaretenregen bringt keinen Segen
Kurz gesagt
Regen um den 20. Juli, den Margaretentag, schadet der beginnenden Ernte und soll außerdem lange anhalten.
- Lostag
- 20. Juli (Margareta)
- Auch gesagt
- Margaretens Regen bringt keinen Segen
- Margarethentag Regen bringt wenig Segen
- An Margarethen Regen bringt den Nüssen keinen Segen
- Gegenteil
- Mairegen bringt Segen
Was bedeutet „Margaretenregen bringt keinen Segen“?
„Margaretenregen bringt keinen Segen“ heißt: Regen um den 20. Juli, den Tag der heiligen Margareta, schadet der Ernte. Um diese Zeit begann früher der Getreideschnitt, das Heu sollte trocken in die Scheune, und für Nüsse und Most galt Nässe als Unglück. Mitgemeint ist meist eine zweite Behauptung: Regen an diesem Tag halte lange an, nach österreichischer Überlieferung vierzehn Tage, in anderen Fassungen einen ganzen Monat. Heute hört man den Spruch, wenn die Sommerferien verregnet beginnen, beim Zelten, im leeren Freibad oder auf dem Hof, wo der Mähdrescher in der Halle bleibt. Er klingt dann eher resigniert als abergläubisch.
Als Klage über nasses Erntewetter ist die Regel nachvollziehbar, als Vorhersage taugt sie nicht. Ob es an einem einzelnen Tag regnet, sagt nichts über die folgenden Wochen. Geprüft hat der Deutsche Wetterdienst die verwandte Siebenschläferregel: Die Wetterlage, die sich Ende Juni und Anfang Juli einstellt, bestimmt in Süddeutschland in 60 bis 70 Prozent der Jahre auch die folgenden Sommerwochen, für Norddeutschland lässt sich das nicht nachweisen. Ist es Mitte Juli schon lange nass, liegt das meist an dieser Wetterlage und nicht am Margaretentag.
Woher kommt „Margaretenregen bringt keinen Segen“?
Margareta von Antiochia ist eine legendäre Märtyrerin, die um 305 gestorben sein soll. Nach ihrer Legende besiegte sie im Kerker einen Drachen. Ihr Gedenktag ist heute in der katholischen und der evangelischen Kirche der 20. Juli, in alten Kalendern steht auch der 13. Juli. Im „ABC zur Volkskunde Österreichs“ beschreibt Helga Maria Wolf sie als „Wetterfrau“, deren Drache als Verursacher von Gewittern galt. Dort steht auch die heutige Fassung „Margaretenregen bringt keinen Segen“, mit der Begründung, der Regen dauere angeblich vierzehn Tage.
Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) viele Margaretenregeln, alle für den 13. Juli, etwa „Margarethentag Regen bringt wenig Segen“ und „An Margarethen Regen bringt den Nüssen keinen Segen“. Er erklärt den Glauben so: Regnet es an diesem Tag, folge vier Wochen gleiches Wetter, und die Nüsse würden faul, madig oder taub. Aus dem Pustertal überliefert er den Beinamen „Margareth, die Wetterfrau“. Wann die Kurzform mit „keinen Segen“ entstand, ist nicht belegt.
Quellen
- Austria-Forum: ABC zur Volkskunde Österreichs, Stichwort ‚Margareta, hl.‘
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Margarethe‘
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Margarethentag‘
- Wikipedia: Margareta von Antiochia
- DWD: Der Juli (Thema des Tages, 21. Juli 2018)
- Wikipedia: Liste von Bauernregeln
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
Am 20. Juli regnet es in Niederbayern seit dem Morgen. Landwirtin Kathrin Moosbauer verschiebt den Drusch der Wintergerste und brummt: „Margaretenregen bringt keinen Segen.“
Die Pfadfindergruppe aus Kassel sitzt am dritten Regentag im Zelt. Gruppenleiter Emre schaut in den Kalender: „Heute ist Margaretentag. Margaretenregen bringt keinen Segen. Gut, dass wir Karten dabeihaben.“
Tante Margarete wundert sich im Familienchat, warum ihr alle zum Namenstag Regenschirme schicken. Neffe Lukas antwortet: „Margaretenregen bringt keinen Segen. Wir wollten dich nur schützen.“
Häufige Fragen
Wann ist der Margaretentag?
Der Margaretentag, auf den sich „Margaretenregen bringt keinen Segen“ bezieht, ist heute der 20. Juli. In alten Kalendern steht auch der 13. Juli, und Wander ordnet seine Margaretenregeln diesem Datum zu.
Stimmt die Bauernregel „Margaretenregen bringt keinen Segen“?
Nur als Klage. Regen in der Erntezeit schadet tatsächlich, aber ein einzelner Regentag sagt nichts über die folgenden Wochen. Ob ein Sommer nass bleibt, hängt von der Wetterlage ab, die sich meist schon Anfang Juli einstellt.
Warum ist in Margaretenregeln so oft von Nüssen die Rede?
Viele alte Fassungen der Regel „Margaretenregen bringt keinen Segen“ nennen ausdrücklich die Nüsse. Nach dem Volksglauben, den Wander beschreibt, folgen auf Regen am Margaretentag Wochen voller Nässe, in denen die Haselnüsse faulen, abfallen oder taub bleiben.
Kurzer Test
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