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Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern

Kurz gesagt

Am 22. Juli, dem Tag der Maria Magdalena, soll es oft regnen, so wie sie am leeren Grab um Jesus weinte.

Auch gesagt
An Magdalena regnet’s gern, weil sie weinte um den Herrn
Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern

Was bedeutet „Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern“?

Die Regel sagt: Am 22. Juli, dem Gedenktag der Maria Magdalena, regnet es gern. Sie begründet das nicht mit dem Wetter, sondern mit einem Bild: So wie Maria Magdalena am Ostermorgen um Jesus weinte, weint an ihrem Tag der Himmel. Damit gehört sie zu den Regeln, die ein Heiligenbild in eine Wetterbeobachtung übersetzen. Andere Sprüche zum Tag gehen weiter, etwa „Regnet’s am Magdalenentag, folgt gewiss mehr Regen nach“. Heute zitiert man die Regel meist mit einem Augenzwinkern, wenn es Ende Juli in die Sommerferien hineinregnet.

Eine Prüfung genau für den 22. Juli ist nicht bekannt, und ein einzelner Tag ist dafür auch zu zufällig. Die Beobachtung passt aber zur Jahreszeit. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 fallen in Deutschland im Juli rund 87 Liter Regen pro Quadratmeter, mehr als im Juni mit 76 und im August mit 78 Litern. Oft fällt er als Schauer oder Gewitter nach heißen Tagen. „Gern“ ist also nicht falsch, ein verregneter 22. Juli sagt aber nichts über die Wochen danach. Mit Wasser verbindet sich der Tag auch in der Geschichte: Die verheerende Flut vom Juli 1342 in Mitteleuropa heißt nach ihm Magdalenenhochwasser.

Woher kommt „Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern“?

Maria Magdalena war eine Jüngerin Jesu. Nach dem Johannesevangelium kam sie am Ostermorgen zum Grab und fand es leer: „Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte“ (Johannes 20,11, Lutherbibel 2017). Dieses Bild der Weinenden greift die Bauernregel auf. Ihr Gedenktag ist der 22. Juli.

Wander verzeichnet die Regel 1873 im Deutschen Sprichwörter-Lexikon als „Magdalene weinet um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern“. Daneben stehen kürzere Fassungen wie „Magdalene weint gerne“ aus Luzern und „Magdalenen fehlt’s nicht an Thränen“, zu der Wander erklärt, es regne gern um diese Zeit. Viele weitere Regeln zum Tag drehen sich um Haselnüsse, die um Magdalena reif werden sollen. Wann die Regel aufkam, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 22. Juli sitzt die Klasse 4b im Schullandheim fest, draußen schüttet es. Die Herbergsmutter tröstet: „Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern. Morgen geht’s auf die Wanderung.“

  • Pfarrerin Schulte beginnt die Abendandacht mit einem Blick zum Fenster: „Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern. Heute stimmt die Bauernregel.“

  • Tim schickt seiner Freundin ein Foto vom verregneten Campingplatz an der Mosel. Sie antwortet: „Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gern. Morgen soll’s besser werden.“

Häufige Fragen

Wann ist der Magdalenentag?

Der Magdalenentag ist der 22. Juli, der Gedenktag der Maria Magdalena. Er gilt in Bauernregeln als Tag, an dem es gern regnet.

Stimmt die Bauernregel zu Maria Magdalena?

Für den 22. Juli selbst ist die Regel nicht geprüft. Der Juli ist aber regenreich: Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 fallen in Deutschland 87 Liter pro Quadratmeter, mehr als im Juni oder August.

Warum weint Maria Magdalena?

Nach dem Johannesevangelium stand Maria Magdalena am Ostermorgen weinend vor dem leeren Grab Jesu (Johannes 20,11). Dieses Bild greift die Bauernregel auf.

Was war das Magdalenenhochwasser?

Das Magdalenenhochwasser war eine verheerende Flut im Juli 1342 an vielen Flüssen Mitteleuropas, benannt nach dem Magdalenentag am 22. Juli. Es gilt als möglicherweise schwerstes Hochwasser des 2. Jahrtausends im mitteleuropäischen Binnenland.

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