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Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte

Kurz gesagt

Um den 23. April, den Georgstag, sollen die Obstbäume in voller Blüte stehen.

Was bedeutet „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte“?

Die Regel „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte“ nennt den Georgstag am 23. April als Zeitpunkt der Baumblüte. Das Wort „Güte“ verdankt sie wohl vor allem dem Reim auf „Blüte“, gemeint ist der Tag des Heiligen. Der Georgstag war in vielen Gegenden ein Frühlingsfest und ein wichtiger Lostag. In Franken trieb man an Georgi das Vieh hinaus, die Feldarbeit war in vollem Gang. Blühten um diese Zeit Kirschen, Birnen und Äpfel, war das Jahr auf einem guten Weg. Heute zitiert man den Spruch, wenn Ende April die Obstgärten weiß und rosa leuchten.

Für den heutigen Kalender passt die Regel ziemlich gut. Die Apfelblüte, mit der der Deutsche Wetterdienst in seiner phänologischen Uhr den Vollfrühling beginnen lässt, setzt in vielen Gegenden Deutschlands um Ende April ein, in milden Lagen früher, im Bergland später. Wörtlich „alle“ Bäume blühen freilich nie am selben Tag. Mit dem Klimawandel hat sich der Frühling verfrüht, sodass die Blüte heute oft schon vor Georgi beginnt. Nach dem alten julianischen Kalender, der bis 1582 galt, lag der Georgstag auf dem heutigen 3. Mai. Für die kühleren Jahrhunderte, aus denen die Regel stammt, dürfte das gut gepasst haben.

Woher kommt „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte“?

Der heilige Georg, nach der Legende ein Märtyrer aus Kappadokien und Drachentöter, wird am 23. April gefeiert, in manchen Regionen am 24. April. Sein Tag galt als Frühlingsfest, an dem der Winter besiegt wird, und war ein Lostag für zahlreiche Bauernregeln, besonders über den Nachwinter.

Die Regel ist alt. Wander verzeichnet 1867 unter dem Stichwort „Georg“ die Form „Auff Sanct-Georgens güte stehn alle Bäum inn der blüte“ und belegt sie mit Georg Henischs Wörterbuch „Teütsche Sprach und Weißheit“ von 1616. Daneben stehen Regeln über das Korn, in dem sich an Georgi schon ein Rabe verstecken können soll, und über die Schwalbe, die sich an Sankt Georg einen Augenblick zeigt und wieder verschwindet.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 23. April radelt Familie Schmid durchs Alte Land, die Apfelbäume sind weiß vor Blüten. „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte“, sagt die Mutter. „Diesmal stimmt’s aufs Datum.“

  • In der Baumschule fragt ein Kunde, wann sein neuer Kirschbaum blühen wird. Die Gärtnerin zuckt mit den Schultern: „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte, sagt man. Bei dir im Hunsrück eher eine Woche später.“

  • Frau Demir hängt im Biologieunterricht ein Foto blühender Obstbäume an die Tafel und schreibt darunter: „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte.“ Dann fragt sie, warum die Bäume heute früher blühen als vor hundert Jahren.

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel zum Georgstag?

Die Regel zum Georgstag stimmt ungefähr. Die Apfelblüte beginnt in vielen Gegenden Deutschlands um Ende April, in warmen Lagen auch früher. Durch den Klimawandel blühen die Bäume heute oft schon vor dem 23. April.

Wann ist der Georgstag?

Der Georgstag, kurz Georgi, ist am 23. April, in einigen Regionen am 24. April. Er erinnert an den heiligen Georg, der nach der Legende einen Drachen besiegte.

Welche Bauernregeln gibt es noch zum Georgstag?

Bekannt sind etwa „Ist’s an Georgi warm und schön, wird man noch rauhe Wetter seh’n“ und „Georgus und Marks, die bringen oftmals was Arg’s“. Beide warnen vor Kälterückfällen Ende April.

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