Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin
Kurz gesagt
Mit dem Gertrudentag am 17. März beginnt nach altem Brauch die Arbeit im Garten.
- Lostag
- 17. März (Gertrud)
- Auch gesagt
- Gertraud ist die erste Gärtnerin
- Sankt Gertrud schließt das Gartentörchen auf
- Gertraud den Garten baut
Was bedeutet „Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin“?
Die Regel „Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin“ ist keine Wettervorhersage, sondern ein Termin im Gartenjahr. Mit dem Gedenktag der heiligen Gertrud am 17. März sollte die Gartenarbeit nach der Winterpause beginnen: Beete umgraben, erste Saaten ausbringen, Zwiebeln stecken. Gertrud gilt als Schutzheilige der Gärtner, und ihr Tag markierte in vielen Gegenden den Frühlingsbeginn im Garten. Heute greifen Gartenzeitschriften, Gärtnereien und Gartencenter den Spruch im März auf, um die Saison zu eröffnen.
Als Faustregel hält er sich gut, wenn man ihn nicht wörtlich nimmt. Robuste Arten wie Spinat, Radieschen, Erbsen oder Steckzwiebeln vertragen eine Aussaat ab Mitte März, sobald der Boden abgetrocknet ist. Frostempfindliche Pflanzen wie Bohnen, Gurken oder Tomaten gehören dagegen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Ob der 17. März passt, hängt vom Jahr und von der Lage ab, am warmen Oberrhein eher als im Erzgebirge. Vor der Kalenderreform von 1582 entsprach der Gertrudentag dem heutigen 27. März. Zum selben Tag gibt es auch Wetterregeln, etwa „Friert’s an Gertrud, der Winter noch vierzig Tage nicht ruht“. Eine Auswertung dazu ist nicht bekannt.
Woher kommt „Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin“?
Gertrud von Nivelles war Äbtissin des Klosters Nivelles im heutigen Belgien und starb am 17. März 659. Sie wird als Schutzheilige der Reisenden, der Spinnerinnen und der Gärtner verehrt. Ihr Gedenktag fiel in die Zeit, in der früher die Arbeit im Garten und auf dem Feld wieder begann, und so wurde sie im Volksglauben zur „ersten Gärtnerin“.
Wander verzeichnet 1867 unter dem Stichwort „Gertrud“ die kurze Form „Gertraud ist die erste Gärtnerin“, dazu westfälische Mundartfassungen aus Soest, Marsberg und Iserlohn, nach denen an Sankt Gertrud die erste Gärtnerin hinausgeht. Andere Sprüche zum Tag handeln von Störchen, Bienen und dem ersten Pflügen. Die gereimte Fassung mit dem „frommen Sinn“ verzeichnet Wander nicht. Wann sie entstand, ist nicht belegt.
Beispiele aus dem Alltag
Am 17. März steht Frau Lindemann mit Spaten und Saatgutkiste im Vorgarten. Ihr Mann fragt, warum ausgerechnet heute. „Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin“, sagt sie. „Heute geht’s los.“
In der Gärtnerei hängt über den Steckzwiebeln ein Kreideschild: „Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin.“ Darunter steht in kleiner Schrift: „Tomaten erst ab Mitte Mai.“
Im Schulgarten erklärt Herr Okafor der dritten Klasse den Gartenkalender: „Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin. Ab heute säen wir Radieschen.“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel zum Gertrudentag?
Als Faustregel für robuste Gemüsearten wie Spinat, Radieschen und Erbsen passt Mitte März, wenn der Boden abgetrocknet ist. Frostempfindliche Pflanzen sollten dagegen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie.
Wann ist der Gertrudentag?
Der Gertrudentag ist am 17. März, dem Gedenktag der heiligen Gertrud von Nivelles. Sie gilt unter anderem als Schutzheilige der Gärtner.
Warum ist Gertrud die erste Gärtnerin?
Ihr Gedenktag am 17. März fiel in die Zeit, in der nach dem Winter die Gartenarbeit begann. Deshalb galt sie im Volksglauben als die Heilige, die den Garten eröffnet.
Kurzer Test
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