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Märzenstaub bringt Gras und Laub

Kurz gesagt

Ist der März so trocken, dass es auf Wegen und Feldern staubt, sollen Wiesen und Bäume im Frühjahr gut wachsen.

Monat
März
Auf Englisch
A peck of March dust is worth a king’s ransom
Auch gesagt
Märzenstaub ist Goldes wert
Ein Lot Märzenstaub ist einen Dukaten wert

Was bedeutet „Märzenstaub bringt Gras und Laub“?

Die Regel „Märzenstaub bringt Gras und Laub“ lobt den trockenen März. Staubt es auf Feldwegen und Äckern, ist das ein gutes Zeichen: Gras und Laub sollen dann kräftig sprießen. Die Vorsilbe „Märzen-“ ist eine alte Bildung, wie sie auch im „Märzenbier“ steckt. Die Regel spiegelt die Sicht der Ackerbauern. Im März begann die Feldarbeit, und auf trockenem Boden ließ sich pflügen, eggen und säen. Auf nassem Boden versanken Pferd und Pflug, und die Saat kam zu spät in die Erde.

Aus heutiger Sicht hat das Hand und Fuß: Abgetrocknete Böden erwärmen sich schneller und lassen sich bearbeiten, ohne verdichtet zu werden. Eine Garantie für ein gutes Wachstumsjahr ist ein trockener März aber nicht, denn danach braucht es Regen. Darum kennen alte Sammlungen auch längere Fassungen wie „Trockener März, nasser April und kühler Mai“, die beides verlangen. Statistisch geprüft wurde die Regel, soweit bekannt, nie. In trockenen Frühjahren, wenn Felder und Wälder unter Wassermangel leiden, wünscht sich mancher Landwirt heute eher Regen als Staub.

Woher kommt „Märzenstaub bringt Gras und Laub“?

Die Regel ist gut belegt. Wander verzeichnet sie 1873 unter dem Stichwort „Märzenstaub“ und nennt als Quellen unter anderem Karl Simrocks Sammlung „Die deutschen Sprichwörter“ von 1846 sowie einen Beleg aus Solothurn. Er erklärt dazu, sonniges, warmes Wetter im März, sodass Staub die Straße bedeckt, verheiße eine reiche Ernte. Daneben stehen Sprüche, die den Märzenstaub mit Gold aufwiegen, etwa „Ein Lot Märzenstaub ist einen Dukaten wert“ oder „Märzenstaub ist Goldes wert“.

Der Gedanke ist europäisch. Wander zitiert ein englisches Gegenstück, nach dem ein Scheffel Märzenstaub mehr wert sei als das Lösegeld eines Königs, und eine tschechische Fassung, nach der Staub im März Gold und Silber, Schnee aber Gift fürs Korn sei. Woher die Regel ursprünglich kommt, lässt sich nicht sagen.

Beispiele aus dem Alltag

  • Mitte März zieht der Traktor von Landwirt Köhler eine Staubfahne über den Acker. Seine Tochter hustet und lacht: „Märzenstaub bringt Gras und Laub, hat Opa immer gesagt.“

  • Nach drei trockenen Wochen sind Melanies Schuhe nach dem Gassigehen grau vom Feldweg. Ihr Nachbar meint: „Märzenstaub bringt Gras und Laub. Bald blüht hier alles.“

  • Im Hofladen erzählt Gemüsebauer Ostendorf, dass er dieses Jahr früh säen konnte: „Märzenstaub bringt Gras und Laub. Der Boden war endlich trocken genug.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Märzenstaub bringt Gras und Laub“?

Eine statistische Prüfung ist nicht bekannt. Für die Feldarbeit ist die Regel plausibel: Trockene Böden lassen sich im März früher bearbeiten und erwärmen sich schneller. Für ein gutes Wachstumsjahr braucht es danach aber Regen.

Was bedeutet „Märzenstaub“?

„Märzenstaub“ ist der Staub auf Wegen und Feldern in einem trockenen März. Die Form „Märzen-“ ist alt und steckt auch in Wörtern wie „Märzenbier“.

Gibt es die Regel auch auf Englisch?

Im Englischen sagt man „A peck of March dust is worth a king’s ransom“: Ein Maß Märzenstaub ist so viel wert wie das Lösegeld für einen König.

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