Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß
Kurz gesagt
Eine heiße erste Augustwoche soll einen langen, schneereichen Winter ankündigen.
- Monat
- August
- Auch gesagt
- Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, so bleibt der Winter lange weiß
- Ist der August in den ersten Wochen heiß, so bleibt der Winter lange weiß
Was bedeutet „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß“?
Die Regel sagt: Ist es in der ersten Augustwoche heiß, bleibt im folgenden Winter lange Schnee liegen. Sie gehört zu einer ganzen Familie von Sprüchen, die aus der Sommerhitze auf einen harten Winter schließen. Ähnlich heißt es „Ist’s von Petri bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß“ für die Zeit vom 1. bis 10. August, und auch der Dominikustag am 8. August hat eine solche Regel. Gemeint ist kein bestimmter Lostag, sondern die Woche als Ganzes. Jedes Jahr im August greifen Wetterportale und Zeitungen die Regel auf, gern mitten in einer Hitzewelle, wenn der Gedanke an Schnee besonders verlockend ist.
Eine physikalische Begründung, warum eine heiße Woche im August einen schneereichen Winter bringen sollte, gibt es nicht. Das Wetterportal wetter.de berichtet zwar, ohne die Untersuchung zu nennen, nach einer ersten Augustwoche mit mittleren Höchstwerten von 25 Grad oder mehr sei die Zahl der Tage mit Schneedecke im folgenden Winter überdurchschnittlich hoch gewesen. Für einen warmen August insgesamt gelte dagegen eher das Gegenteil, danach zähle man sogar weniger Frosttage. Solche Zusammenhänge aus einzelnen Messreihen können leicht Zufall sein. Als Vorhersage für den Winter taugt die Regel daher nicht.
Woher kommt „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß“?
Wander verzeichnet in den Nachträgen seines Deutschen Sprichwörter-Lexikons von 1880 die Fassung „Ist der August in den ersten Wochen heiss, so bleibt der Winter lange weiss“ und eine Solothurner Mundartform: „I der erste Wuche-n-im Augste heiss, blybt der Winter lang weiss.“ Die heutige Form mit „Augustwoche“ steht in vielen aktuellen Sammlungen von Bauernregeln. Wann und wo der Reim entstand, ist nicht belegt.
Die Idee, dass ein heißer Sommer einen kalten Winter bringt, kehrt in Bauernregeln immer wieder, zu Jakobi ebenso wie zu Dominikus und Laurentius. Weil die Regel keinen Heiligentag meint, sondern eine ganze Woche, verschiebt die Kalenderreform von 1582 sie kaum: Nach altem Kalender wären die Tage vom 11. bis 17. August gemeint gewesen, also ebenfalls Hochsommer.
Beispiele aus dem Alltag
Anfang August meldet die Wetter-App 35 Grad. Tobias schreibt in die Familiengruppe: „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß. Ich wachse schon mal die Skier.“
Am Badesee fächelt sich Frau Kaminski Luft zu. Ihr Mann zitiert: „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß.“ Sie lacht: „Das hast du letztes Jahr auch gesagt, und dann kam kein einziger Schneetag.“
Der Moderator des Lokalradios liest die Regel vor: „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß.“ Dann fragt er die Hörer, ob sie an Bauernregeln glauben.
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel zur ersten Augustwoche?
Als Vorhersage taugt die Regel zur ersten Augustwoche nicht. Ein Wetterportal berichtet zwar von einem statistischen Zusammenhang mit der Zahl der Schneetage, nennt aber keine Quelle, und eine physikalische Begründung gibt es nicht.
Kann ein heißer Sommer einen kalten Winter ankündigen?
Ein verlässlicher Zusammenhang zwischen der Hitze im Sommer und der Kälte im folgenden Winter ist nicht nachgewiesen. Bauernregeln, die das behaupten, gibt es viele, etwa zu Jakobi oder Dominikus.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
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