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Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag

Kurz gesagt

Regen am 24. Juni, dem Johannistag, soll zwei Wochen nasses Wetter nach sich ziehen, und das mitten in der Heu- und Getreideernte.

Auch gesagt
Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag und man hat eine schlechte Ernte zu hoffen

Was bedeutet „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag“?

„Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag“ heißt: Fällt am 24. Juni Regen, bleibt es zwei Wochen lang nass. Der Johannistag war im Bauernjahr ein wichtiger Lostag, an dem man auf die kommenden Wochen schloss, und Ende Juni stand viel auf dem Spiel: Das Heu lag auf den Wiesen, die Gerste begann zu reifen, und anhaltender Regen konnte beides verderben. „Tag“ statt „Tage“ ist eine alte, verkürzte Pluralform, die dem Reim auf „Johannistag“ dient. Heute zitiert man die Regel, wenn ein verregneter Johannistag die Sonnwendfeier ins Wasser fallen lässt oder Freibäder und Festivals Ende Juni leer bleiben.

Für einen einzelnen Tag hält die Regel nicht, der Deutsche Wetterdienst betont, dass man das Wetter mehrerer Wochen nicht an einem Tag festmachen kann. Einen wahren Kern hat sie trotzdem. Zwischen Ende Juni und Anfang Juli neigen großräumige Wetterlagen dazu, sich über mehrere Wochen zu halten, das ist der Hintergrund der bekannteren Siebenschläferregel, die in etwa zwei von drei Jahren zutrifft. Setzt sich um Johanni eine wechselhafte Westwetterlage fest, bleibt es oft länger unbeständig. Dazu kommt der Kalender: Ist die Regel älter als die Reform von 1582, lag ihr Stichtag nach heutiger Rechnung um den 4. Juli, mitten in diesem Zeitraum.

Woher kommt „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag“?

Der Johannistag ist das Fest der Geburt Johannes des Täufers. Er liegt sechs Monate vor Weihnachten und nahe der Sommersonnenwende, die zwischen dem 20. und 22. Juni stattfindet, und gilt in der Überlieferung als Lostag von zentraler Bedeutung für Landwirtschaft und Wetter.

Wander verzeichnet die Regel 1870 im „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ unter dem Stichwort „Johannistag“ mit einem düsteren Zusatz: „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag und man hat eine schlechte Ernte zu hoffen.“ Gleich davor steht „Regnet’s am (um) Johannistag, eine nasse Ernte man erwarten mag“, und zur Erklärung verweist Wander bereits auf Schriften des Meteorologen Heinrich Wilhelm Dove, darunter eine Arbeit über Witterungsverhältnisse von 1843. Viele weitere Regeln zum Tag drehen sich um Haselnüsse, die bei Regen an Johanni verderben sollen. Die kurze Form ohne Zusatz steht heute etwa in der Liste von Bauernregeln der Wikipedia. Woher die Regel ursprünglich stammt, ist nicht bekannt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Die Sonnwendfeier am 24. Juni fällt buchstäblich ins Wasser. Der Feuerwehrkommandant schaut in den grauen Himmel: „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag. Dann verschieben wir halt um zwei Wochen.“

  • Landwirt Jürgen hat gestern das Heu gemäht, und am Johannistag schüttet es. Sein Sohn Tim schaut zum Himmel: „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag. Hoffentlich irrt sich die Regel.“

  • In der Familiengruppe schickt Oma ein Foto vom verregneten Garten: „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag!“ Enkelin Mia antwortet mit einem Screenshot der Wetter-App: ab Montag Sonne.

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag“?

Als Regel für einen einzelnen Tag nicht, das Wetter mehrerer Wochen lässt sich nicht an einem Tag festmachen. Eine Neigung zu beständigen Wetterlagen gibt es Ende Juni und Anfang Juli aber tatsächlich, darauf beruht auch die bekanntere Siebenschläferregel.

Was hat die Johannisregel mit dem Siebenschläfer zu tun?

Beide Regeln schließen Ende Juni vom Wetter eines Tages auf die folgenden Wochen. Meteorologisch steckt dahinter, dass großräumige Wetterlagen um die Wende von Juni zu Juli oft mehrere Wochen anhalten; beim Siebenschläfer trifft das nach dem Deutschen Wetterdienst in etwa zwei von drei Jahren zu.

Heißt es „regnet’s noch vierzehn Tag“ oder „so regnet es noch vierzehn Tag“?

Wander verzeichnet 1870 „Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag“ mit dem Zusatz „und man hat eine schlechte Ernte zu hoffen“. In dieser Form ohne Zusatz steht die Regel auch in der Wikipedia-Liste von Bauernregeln, kürzere Fassungen wie „regnet’s noch vierzehn Tag“ kommen ebenfalls vor.

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