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Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt

Kurz gesagt

Wie das Wetter am 21. September, dem Matthäustag, ist, so soll es die folgenden vier Wochen bleiben.

Auch gesagt
Wie es Matthäus treibt, es vier Wochen bleibt
Hat Matthäus schön’ Wetter im Haus, so hält es noch vier Wochen aus
Ist Matthäus schön, wird’s noch also vier Wochen gehn

Was bedeutet „Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt“?

Die Bauernregel sagt: Das Wetter am Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus, dem 21. September, hält vier Wochen an. Ist es schön, darf man auf einen goldenen Oktober hoffen, ist es nass und stürmisch, soll es so weitergehen. Der Matthäustag liegt kurz vor der Tagundnachtgleiche am 22. oder 23. September und galt im Bauernjahr als Beginn des Herbstes. Für die Aussaat des Wintergetreides war das ein wichtiger Zeitpunkt. Ähnliche Vier-Wochen-Regeln gibt es für mehrere Lostage im Spätsommer und Herbst, etwa für Ägidius am 1. September und für Michaeli am 29. September.

Statistisch geprüft hat die Matthäus-Regel, soweit bekannt, niemand. Der Deutsche Wetterdienst hat 2021 vier Matthäus-Regeln vorgestellt, darunter „Trifft Matthäus stürmisch ein, wird bis Ostern Winter sein“, ohne über sie zu urteilen. Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei der Siebenschläferregel: Hat sich eine Großwetterlage eingestellt, hält sie manchmal mehrere Wochen. Dass ausgerechnet der 21. September darüber entscheidet, ist aber nicht belegt. Mit der Kalenderreform von 1582 verschiebt sich der Termin zudem: Ist die Regel älter, entspricht der alte Matthäustag etwa dem 1. Oktober.

Woher kommt „Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt“?

Matthäus ist einer der zwölf Apostel und gilt als Verfasser des Matthäusevangeliums. Sein Gedenktag ist der 21. September.

Wander verzeichnet die Regel in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) wörtlich als „Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt“. Unter demselben Stichwort sammelt er Varianten wie „Ist Matthäus schön, wird’s noch also vier Wochen gehn“ und „Hat Matthäus der Evangelist schön Wetter im Haus, so hält es noch vier Wochen aus“, dazu „Matthäus macht Tag und Nacht gleich“. Wander merkt an, dass der Volksmund Matthäus und Matthias (24. Februar) oft verwechselt. In Oberösterreich hieß der 21. September deshalb auch Matthiastag. Für Oberitalien hält er fest, dass dort mit Matthäus das schöne Wetter enden soll. Wer die Regel zuerst aufgeschrieben hat, ist nicht bekannt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 21. September sitzt Familie Yılmaz bei 24 Grad auf dem Balkon in Mannheim. Oma Gül lacht: „Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt. Dann bleiben die Jacken noch im Schrank.“

  • Beim Training des TSV schüttet es seit Stunden. „Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt“, stöhnt Trainer Henning. „Dann wird das eine nasse Hinrunde.“

  • Obstbauer Lars plant die Apfelernte im Alten Land. „Heute ist Matthäus und wolkenlos. Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt. Hoffentlich stimmt das diesmal.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibt“?

Geprüft hat die Regel, soweit bekannt, niemand. Großwetterlagen halten zwar manchmal mehrere Wochen, dass der 21. September darüber entscheidet, ist aber nicht belegt.

Wann ist der Matthäustag?

Der Matthäustag ist am 21. September, dem Gedenktag des Apostels und Evangelisten Matthäus. Er liegt kurz vor dem astronomischen Herbstanfang.

Welche Bauernregeln gibt es noch zu Matthäus?

Bekannt sind etwa „Ist Matthäus hell und klar, gute Zeiten bringt’s fürwahr“ und „Trifft Matthäus stürmisch ein, wird bis Ostern Winter sein“. Beide zitiert der Deutsche Wetterdienst in seinem Beitrag über die Bauernregeln im September.

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