Wie geschmiert laufen
Kurz gesagt
Reibungslos, zügig und ohne jedes Stocken ablaufen, so leicht, wie sich ein gut gefettetes Wagenrad dreht.
- Auf Englisch
- To go like clockwork
- To run like a well-oiled machine
- To go off without a hitch
- Auch gesagt
- Wie geschmiert gehen
Was bedeutet „Wie geschmiert laufen“?
Wenn etwas wie geschmiert läuft, klappt es reibungslos, zügig und ohne jedes Stocken. Man sagt es über Projekte, Abläufe und Veranstaltungen („Der Umzug lief wie geschmiert“), aber auch über Menschen und ihre Fertigkeiten: Ein Kind liest wie geschmiert, bei manchen Leuten geht das Mundwerk wie geschmiert. Die Wendung ist umgangssprachlich und klingt zufrieden, oft auch erleichtert, gerade wenn man mit Pannen gerechnet hatte. Statt „laufen“ hört man genauso „gehen“: „Das geht ja wie geschmiert.“
Weil „schmieren“ umgangssprachlich auch „bestechen“ bedeutet, lässt sich die Wendung doppeldeutig einsetzen. Kommentare zu Bestechungsfällen spielen deshalb gern mit ihr, und wer über einen Auftrag sagt, er sei „wie geschmiert“ gelaufen, kann mit dem passenden Tonfall einen Verdacht andeuten. Im normalen Gebrauch ist davon nichts zu spüren. Dann ist die Wendung ein schlichtes Lob für einen glatten Ablauf und gleichbedeutend mit „wie am Schnürchen“.
Woher kommt „Wie geschmiert laufen“?
Das Bild stammt aus der Zeit der Fuhrwerke. Ein Wagenrad, dessen Achse gut mit Fett versehen ist, dreht sich leicht und quietscht nicht, ein trockenes Rad reibt und bremst. Lutz Röhrich leitet die Redensart ausdrücklich „vom Schmieren des Wagenrades“ ab und verzeichnet aus dem Obersächsischen die Form „jemand liest wie geschmiert“, also mühelos und ohne steckenzubleiben. Der Vergleich ist alt: Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon zitiert den Dichter Neidhart, der im 13. Jahrhundert von Leuten sagt, sie gingen „als ein gesmirter wagen“, glatt wie ein geschmierter Wagen.
Aus derselben Werkstatt kommt das Sprichwort „Wer gut schmiert, der gut fährt“, das Wander in vielen Mundartformen sammelt. Es wurde früh auf Bestechung übertragen. Sebastian Franck schreibt im 16. Jahrhundert von zwei Parteien, die den Richter bestochen und ihm „die hend gesalbet“ hatten, und fügt hinzu: „waer baß schmirwet, der fart dest baß“. Röhrich hält die Bedeutung „bestechen“ dennoch für eigenständig. Sie gehe eher auf das Einreiben der Hände mit Salbe zurück als auf den Wagen.
Quellen
- DWDS: schmieren
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Schmieren‘
- Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
Nach drei Wochen Chaos ist das neue Kassensystem endlich eingerichtet. „Heute lief alles wie geschmiert“, schreibt Aylin abends in die Team-Gruppe, „keine einzige Störung.“
Beim Vereinsfest hat jeder seinen Posten, der Grill ist pünktlich heiß, die Hüpfburg steht. „Läuft wie geschmiert“, sagt Kassenwart Bernd und gönnt sich die erste Bratwurst.
Monatelang hat Paul mit dem Lesen gekämpft. Jetzt liest er seiner Oma die Gutenachtgeschichte vor, und es geht wie geschmiert.
Häufige Fragen
Heißt es „wie geschmiert laufen“ oder „wie geschmiert gehen“?
Beides ist richtig und bedeutet dasselbe. Das DWDS führt Beispiele mit „gehen“ wie „das geht ja wie geschmiert“ und mit „laufen“ wie „die Aktion läuft wie geschmiert“.
Hat „wie geschmiert“ etwas mit Bestechung zu tun?
Ursprünglich nicht. Die Redensart meint das Schmieren von Wagenrädern, die sich dann leicht drehen. Weil „schmieren“ umgangssprachlich auch „bestechen“ heißt, wird sie aber gern doppeldeutig gebraucht, etwa in Texten über Korruption.
Was ist ein anderes Wort für „wie geschmiert“?
Gleichbedeutend sind „wie am Schnürchen“, „reibungslos“ und „glatt“. Etwas lockerer sagt man auch „Das flutscht“.
Wie sagt man „wie geschmiert“ auf Englisch?
Am nächsten kommen „to go like clockwork“ und „to run like a well-oiled machine“. Auch dort steht eine gut geölte Mechanik für einen glatten Ablauf.
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