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Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr

Kurz gesagt

Ist die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember sternklar, soll das kommende Jahr fruchtbar und reich an Ernte werden.

Auch gesagt
Wenn die Christnacht hell und klar, so folgt ein gesegnet Jahr

Was bedeutet „Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr“?

„Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr“ heißt: Ist die Heilige Nacht vom 24. auf den 25. Dezember sternklar, wird das neue Jahr gut. „Gesegnet“ meint hier vor allem eine reiche Ernte, ähnlich wie in „Ist Weihnachten hell und klar, kann man hoffen auf ein fruchtbares Jahr“. Die Form „gesegnet Jahr“ ohne Endung ist eine ältere, verkürzte Sprechweise, die der Reim auf „klar“ braucht. Die Regel gehört zu den vielen Sprüchen, die das Wetter der Weihnachtszeit als Vorzeichen für das ganze kommende Jahr lesen. Heute zitiert man sie auf dem Heimweg von der Christmette unter klarem Himmel, meist als freundlichen Wunsch zum Fest.

Eine Vorhersage ist sie nicht. Eine einzelne Nacht im Dezember sagt nichts über Wachstum und Ernte des folgenden Sommers, und eine Untersuchung dazu ist nicht bekannt. Meteorologisch zeigt eine klare Christnacht meist nur, dass gerade Hochdruck herrscht. Häufiger ist um die Feiertage das Gegenteil: Mit dem Weihnachtstauwetter strömt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in 60 bis 70 Prozent der Jahre milde Luft vom Atlantik heran und macht das Wetter wechselhaft. Die Regel ist ein Segenswunsch in Reimform, der in klaren Jahren besonders gern ausgesprochen wird.

Woher kommt „Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr“?

Die Christnacht ist die Nacht der Geburt Jesu, in der die Christmette gefeiert wird. Im Volksglauben begannen mit Weihnachten die Raunächte, deren Wetter nach alten Bauernpraktiken das Wetter der zwölf Monate des neuen Jahres anzeigen sollte. Entsprechend viele Regeln knüpfen an diese Tage an.

Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) die Fassung „Wenn die Christnacht hell und klar, so folgt ein gesegnet Jahr“ nach Theodor Boebels Sammlung von 1854. Unter demselben Stichwort stehen weitere Christnachtregeln, etwa „Fallen in der Christnacht Flocken, der Hopfen sich wird gut bestocken“. Die heutige Form mit „höchst“ nennt katholisch.de unter den Bauernregeln zum 24. Dezember. Wann sie entstand, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach der Christmette in Altötting stehen die Kirchgänger unter einem sternklaren Himmel. Der alte Mesner reibt sich die Hände: „Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr.“

  • Familie Demir fährt an Heiligabend von der Oma nach Hause, der Mond steht hell über den Feldern. Papa Kemal sagt: „Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr.“ Tochter Elif fragt, ob das auch für ihre Matheprüfung gilt.

  • Pfarrerin Hansen schließt die Christvesper mit einem Augenzwinkern: „Draußen ist es hell und klar. Und ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr.“

Häufige Fragen

Was ist die Christnacht?

Die Christnacht ist die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, in der Christen die Geburt Jesu feiern. Auf sie bezieht sich die Bauernregel „Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr“.

Stimmt die Bauernregel „Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr“?

Nein. Das Wetter einer Dezembernacht sagt nichts über die Ernte des nächsten Jahres. Eine klare Christnacht zeigt meist nur Hochdruckwetter an, und das ist um Weihnachten seltener als das milde, wechselhafte Weihnachtstauwetter.

Was bedeutet „gesegnet Jahr“?

Ein gesegnetes Jahr ist eines mit guter Ernte und ohne Not. Die Form „gesegnet Jahr“ ohne Endung ist älter und dem Reim geschuldet.

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