Zum Inhalt springen

Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden

Kurz gesagt

Ist es an Weihnachten so kalt, dass Eis an den Weiden hängt, soll der Frühling früh kommen und zu Ostern schon alles grünen.

Auch gesagt
Wenn zu Weihnachten hängt Eis an den Weiden, so kann man zu Ostern Palmen schneiden

Was bedeutet „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden“?

Die Bauernregel verspricht nach einem frostigen Weihnachtsfest einen frühen Frühling. Hängt an Weihnachten Eis an den Weiden, dann tragen dieselben Weiden zu Ostern schon „Palmen“. Gemeint sind die Palmkätzchen, die Blütenstände der Weiden, die man für die Palmbuschen am Palmsonntag schneidet, eine Woche vor Ostern. Weil echte Palmen nördlich der Alpen fehlen, nahm man dafür die ersten Weidenkätzchen des Jahres. Die Regel ist das Gegenstück zu „Grüne Weihnachten, weiße Ostern“: Kalte Weihnachten bedeuten demnach grüne Ostern.

Der Deutsche Wetterdienst zitiert die Regel 2021 und deutet sie so, dass nur ein kalter Winter die Ernte des neuen Jahres sichere. Eine statistische Prüfung gibt es nicht. Gegen einen festen Zusammenhang spricht schon der Kalender: Ostern liegt zwischen dem 22. März und dem 25. April, der Palmsonntag eine Woche früher, und ob Weidenkätzchen dann blühen, hängt stark vom Termin und vom Frühjahrswetter ab. Frost über die Feiertage ist zudem nicht die Regel, denn um Weihnachten setzt in mehr als zwei Dritteln der Jahre das Weihnachtstauwetter ein.

Woher kommt „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden“?

Weihnachten war im Bauernkalender einer der wichtigsten Lostage, und viele Regeln verknüpfen das Wetter an Weihnachten mit dem an Ostern. Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) unter „Weihnachten“ die Fassung „Wenn zu Weihnachten hängt Eis an den Weiden, so kann man zu Ostern Palmen schneiden“ nach einer Quelle von 1845. Unter demselben Stichwort stehen verwandte Regeln wie „Weisse Weihnachten, grüne Ostern“ und das bekanntere Gegenstück „Grüne Weihnachten, weisse Ostern“.

Der Deutsche Wetterdienst zitiert die heute verbreitete Form „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden“. Wer sie zuerst formuliert hat, ist nicht bekannt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am ersten Weihnachtstag glitzern am Bach in der Wetterau die vereisten Weidenruten. Opa Herbert bleibt stehen: „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden. Das wird ein früher Frühling.“

  • Mesnerin Agnes bindet die Palmbuschen für die Gemeinde. „Dieses Jahr gibt’s reichlich Kätzchen“, sagt sie. „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden. Und an Weihnachten war’s ja bitterkalt.“

  • Malte postet ein Foto von Raureif auf den Kopfweiden am Niederrhein. Darunter kommentiert seine Tante: „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden!“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden“?

Geprüft hat sie niemand. Ob Weidenkätzchen zu Palmsonntag blühen, hängt vor allem vom Frühjahrswetter und vom Ostertermin ab, der zwischen dem 22. März und dem 25. April schwankt.

Was sind die Palmen in der Bauernregel?

Mit „Palmen“ sind Palmkätzchen gemeint, die Blütenstände von Weiden. Sie werden für die Palmbuschen geschnitten, die am Palmsonntag in der Kirche gesegnet werden.

Wann ist Palmsonntag?

Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. Er liegt deshalb zwischen dem 15. März und dem 18. April.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Aller Anfang …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Wetter und Natur
↑↓auswählen↵öffnen