Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann
Kurz gesagt
Beginnt der August mit Gewittern, soll es den ganzen Monat über immer wieder gewittern.
- Monat
- August
- Auch gesagt
- Fängt der August mit Donner an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann
- Wenn anfangs August Gewitter sich stellen ein, wird’s bis Ende so beschaffen sein
Was bedeutet „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann“?
„Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann“ heißt: Gibt es in den ersten Augusttagen Gewitter, bleibt der Monat gewittrig bis zum Schluss. Der Donner steht für das ganze Gewitter, „er’s nicht lassen kann“ für eine Gewohnheit, die der August nicht mehr ablegt. Die Regel ist eine Vorhersage nach dem Muster vieler Lostagsregeln: Der Anfang bestimmt den Rest. Heute fällt sie meist, wenn nach einem schwülen Wochenende Anfang August schon das zweite Unwetter durchzieht, und sie klingt eher nach Seufzer als nach Prognose, etwa vor Gartenfesten, Open-Air-Konzerten oder der Ernte.
Belastbare Untersuchungen zu der Regel gibt es nicht. Der Meteorologe Jörg Riemann nennt sie 2025 „schwierig“, sie lasse sich weder bestätigen noch widerlegen. Klar ist: Gewitter sind im August ohnehin häufig. Mit im Mittel 77,6 Litern pro Quadratmeter ist er nach Juli und Juni der drittnasseste Monat, und im Sommer fällt Regen oft als Schauer oder Gewitter. Ob der Monat gewittrig bleibt, entscheidet die Großwetterlage, und die kann jederzeit umstellen, etwa wenn Hochdruck sich durchsetzt. Ein gewittriger Monatsanfang ist deshalb ein Hinweis auf feuchtwarme Luft, keine Garantie für vier Wochen Donner.
Woher kommt „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann“?
Woher die Regel stammt, ist nicht belegt. Eine ältere, umständlichere Fassung verzeichnet Wander in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) unter „August“: „Wenn anfangs August Gewitter sich stellen ein, wird’s bis Ende so beschaffen sein.“ Er beruft sich dabei auf Theodor Boebels Sammlung landwirtschaftlicher Sprüche von 1854.
Die heutige Reimform mit Donner und „End’“ steht unter anderem im Salzburgwiki in der Sammlung von Bertl Göttl, dort in der Form „Fängt der August mit Donner an“, und wird in Gartenratgebern und Wetterseiten jedes Jahr Anfang August zitiert. Daneben gibt es Augustregeln, die Gewitter ganz anders deuten, etwa „Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter“.
Beispiele aus dem Alltag
Am 1. August grollt es über dem Bodensee, die Regatta wird abgebrochen. Hafenmeister Ralf zuckt mit den Schultern: „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann.“
Familie Yilmaz plant ihr Sommerfest für Ende August. Oma Hatice zeigt aufs Wetterleuchten über dem Hof: „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann. Mietet lieber ein Zelt.“
Im Großraumbüro in Leipzig flackert beim zweiten Gewitter der Woche das Licht. Svenja klappt den Laptop zu: „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann. Ich speicher ab jetzt öfter.“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann“?
Belegt ist sie nicht. Untersuchungen dazu gibt es keine, und ob Gewitter anhalten, hängt von der Großwetterlage ab. Gewitter sind im August aber so häufig, dass die Regel oft zufällig zu stimmen scheint.
Was bedeutet „er’s bis zum End’ nicht lassen kann“?
Gemeint ist der August, der das Donnern bis zum Monatsende nicht mehr lassen kann. Die Auslassungszeichen in „er’s“ und „End’“ verkürzen „er es“ und „Ende“, damit sich die Zeile auf „an“ reimt.
Gibt es eine ältere Fassung der Regel?
Ja. Wander verzeichnet im 19. Jahrhundert „Wenn anfangs August Gewitter sich stellen ein, wird’s bis Ende so beschaffen sein“. Sie sagt dasselbe wie „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum End’ nicht lassen kann“, nur weniger knapp.
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