Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten
Kurz gesagt
Regen im Mai ist für Felder und Gärten so wertvoll wie Gold: Er lässt die Saat wachsen und verspricht eine reiche Ernte.
- Monat
- Mai
- Auch gesagt
- Mairägen up de Soaten, denn rägnet dat Dukoaten
Was bedeutet „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“?
„Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“ heißt: Regen im Mai ist bares Geld wert, weil er der wachsenden Saat das nötige Wasser gibt. Dukaten waren über Jahrhunderte verbreitete Goldmünzen, und der Reim verwandelt die Regentropfen in Gold, das später als Ernte eingefahren wird. Wie „Mairegen bringt Segen“ ist die Regel keine Vorhersage, sie beschreibt, welches Wetter im Mai erwünscht ist. Man hört sie, wenn nach trockenen Wochen endlich ein Landregen einsetzt, beim Grillabend unter dem Vordach oder in Wetterberichten, die einen verregneten Feiertag schönreden.
Landwirtschaftlich hat die Regel einen festen Kern. Der Deutsche Wetterdienst schreibt, die jahrhundertealten Reime über den Mairegen zeigten, wie wichtig Regen im Frühjahr für die Landwirtschaft und das Gedeihen der Pflanzen sei. Im Mittel fallen im Mai in Deutschland knapp 73 Liter pro Quadratmeter, verteilt ist der Regen aber oft sehr ungleich. Im Mai 2019 kamen manche Stationen bis zur Monatsmitte auf über 80 Liter, andere auf weniger als 10, und ein Meteorologe des Wetterdienstes schrieb, Landwirte und Gärtner könnten zumindest gebietsweise zufrieden sein, und zitierte dazu genau diese Regel. Dukaten bringt allerdings nur sanfter Regen. Starkregen und Hagel richten im Mai eher Schaden an.
Woher kommt „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“?
Wander verzeichnet die Regel 1873 im „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ unter dem Stichwort „Mairegen“ in plattdeutscher Form aus Strelitz in Mecklenburg: „Mairägen up de Soaten, denn rägnet dat Dukoaten.“ Er hat sie aus einer Mundartsammlung des 19. Jahrhunderts. Die hochdeutsche Fassung ist dieselbe Regel, Wort für Wort übertragen, und behält sogar den Reim von „Saaten“ auf „Dukaten“. Wann sie sich im Hochdeutschen verbreitet hat, ist nicht belegt.
Im selben Artikel stehen bei Wander weitere Sprüche über die Kraft des Mairegens, etwa „Mairegen ist ein Segen“ und ein Kinderspruch aus Trier, mit dem sich Kinder in den Regen stellten, um zu wachsen. Der Deutsche Wetterdienst zitierte die Regel 2019 in ihrer heutigen Form in einem Beitrag über die Niederschlagsbilanz des Monats.
Beispiele aus dem Alltag
Nach drei trockenen Wochen regnet es endlich. Landwirtin Svenja Albers steht im offenen Scheunentor und lacht: „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten.“
Der Vatertagsausflug fällt ins Wasser, die Gruppe sitzt in der Grillhütte fest. Kevin hebt sein Glas: „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten. Für uns heute leider nicht.“
Im Lokalradio heißt es in der Vorhersage: „Ab Mittag Landregen, gut 20 Liter pro Quadratmeter. Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten, sagen die Bauern.“
Häufige Fragen
Was sind Dukaten?
Dukaten waren Goldmünzen, die über Jahrhunderte in vielen Ländern Europas geprägt wurden. In der Bauernregel „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“ stehen sie für den Gewinn, den eine gute Ernte bringt.
Stimmt die Bauernregel „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“?
Im Kern ja. Regen im Frühjahr ist für das Wachstum der Pflanzen und damit für die Ernte wichtig, der Deutsche Wetterdienst zitiert die Regel selbst. Starkregen und Hagel bringen allerdings keine Dukaten, sondern Schäden.
Wie viel regnet es im Mai in Deutschland?
Im Mittel fallen im Mai in Deutschland knapp 73 Liter Regen pro Quadratmeter, so der Deutsche Wetterdienst. Regional sind die Unterschiede groß: Im Mai 2019 hatten manche Stationen bis zur Monatsmitte weniger als 10 Liter, andere über 80.
Kurzer Test
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