Mit jemandem unter einer Decke stecken
Kurz gesagt
Heimlich mit jemandem gemeinsame Sache machen, meist zum Nachteil anderer oder für ein unredliches Ziel.
- Auf Englisch
- to be in cahoots with someone
- to be in league with someone
- Auch gesagt
- Unter einer Decke stecken
- Mit jemandem unter einer Decke liegen
Was bedeutet „Mit jemandem unter einer Decke stecken“?
„Mit jemandem unter einer Decke stecken“ heißt: sich heimlich mit jemandem verbündet haben und gemeinsam ein Ziel verfolgen, das andere nicht erfahren sollen. Der Duden umschreibt es mit „gemeinsame Sache machen, die gleichen [schlechten] Ziele verfolgen“, das DWDS markiert die Wendung als umgangssprachlich und abwertend. Typische Fälle sind der Taxifahrer, der Fahrgäste gegen Provision in ein bestimmtes Hotel bringt, der angeblich überfallene Kassierer, der mit dem Räuber zusammenarbeitet, oder ein Gutachter, der dem Bauträger zu Gefallen schreibt.
Die Wendung unterstellt immer zweierlei: Heimlichkeit und Unredlichkeit. Offene Zusammenarbeit beschreibt sie nicht. Oft ist sie ein Verdacht, kein Befund: „Die stecken doch alle unter einer Decke!“ Der Satz ist auch ein typisches Muster von Verschwörungserzählungen, in denen Politik, Presse und Konzerne angeblich gemeinsame Sache machen. Wer die Wendung über konkrete Personen gebraucht, erhebt einen ernsten Vorwurf und sollte ihn belegen können. Scherzhaft hört man sie auch unter Geschwistern, die den Eltern gemeinsam etwas verheimlichen.
Woher kommt „Mit jemandem unter einer Decke stecken“?
Woher das Bild stammt, ist nicht sicher geklärt. Der Duden nennt zwei Erklärungen. Nach der einen dachte man an Menschen, die einander vertrauen und deshalb unter einer gemeinsamen Decke schlafen. Nach der anderen geht sie auf einen mittelalterlichen Rechtsbrauch zurück, bei dem Jungvermählte feierlich zugedeckt wurden.
Alt ist die Wendung in jedem Fall, ursprünglich aber mit anderen Verben. Das Grimmsche Wörterbuch nennt „unter der Decke spielen, liegen, stecken“ für eine „verborgene, meist unrühmliche mitwirkung“. Johannes Mathesius schreibt im 16. Jahrhundert von Leuten, die „andere mit sich unter der decke liegen“ lassen. Christoph Lehmann verzeichnet im „Florilegium politicum“ (zuerst 1630): „von denen die einig sind, sagt man sie liegen unter einer deck“. Bei Goethe heißt es „mit dem du unter der decke spielst“. Die heutige Form mit „stecken“ belegt Grimm bei Karl Gutzkow in „Die Ritter vom Geiste“ (1850/51).
Beispiele aus dem Alltag
Nach dem dritten fragwürdigen Elfmeter ruft Opa Heinz vor dem Fernseher: „Ich sag’s dir, der Schiri und die Bayern müssen unter einer Decke stecken.“
Die Polizei vermutet, dass der Wachmann und die Einbrecher unter einer Decke stecken: Die Alarmanlage war genau in dieser Nacht abgeschaltet.
Sophie merkt, dass ihre Kinder auffällig still sind und der Keks-Vorrat schrumpft. „Sieht ganz so aus, als würdet ihr zwei unter einer Decke stecken“, sagt sie lachend.
Häufige Fragen
Woher kommt „mit jemandem unter einer Decke stecken“?
Die Herkunft von „mit jemandem unter einer Decke stecken“ ist nicht sicher geklärt. Der Duden nennt Vertraute, die gemeinsam unter einer Decke schlafen, und den mittelalterlichen Brauch, ein frisch verheiratetes Paar feierlich zuzudecken.
Heißt es „unter einer Decke stecken“ oder „unter einer Decke liegen“?
Heute ist „unter einer Decke stecken“ die übliche Form. Früher sagte man auch „unter der Decke liegen“ oder „unter der Decke spielen“; im 17. Jahrhundert verzeichnet Christoph Lehmann „sie liegen unter einer deck“.
Wie sagt man „mit jemandem unter einer Decke stecken“ auf Englisch?
Am gebräuchlichsten ist „to be in cahoots with someone“. Etwas neutraler klingt „to be in league with someone“.
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