Wer Wind sät, wird Sturm ernten
Kurz gesagt
Wer Unruhe, Streit oder Hass stiftet, muss mit weit schlimmeren Folgen rechnen.
- Ursprung
- Aus der Bibel
- Auf Englisch
- Sow the wind and reap the whirlwind
- Auch gesagt
- Wer Wind sät, erntet Sturm
- Sie säen Wind und werden Sturm ernten
Was bedeutet „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“?
Wer Zwietracht sät, bekommt sie vervielfacht zurück. Der Kern ist die Steigerung: Aus einem Lüftchen wird ein Sturm. Wer andere provoziert, Gerüchte streut oder gezielt Stimmung macht, darf sich nicht wundern, wenn ihm die Lage irgendwann über den Kopf wächst.
Das Sprichwort klingt ernst und wird vor allem als Warnung oder als nachträglicher Kommentar gebraucht, gern in Politik und Nachrichten: wenn jemand jahrelang gegen andere hetzt und dann selbst angefeindet wird, oder wenn ein Chef dauerhaft Druck macht und plötzlich das halbe Team kündigt. Für kleine Alltagsärgernisse ist es meist eine Nummer zu groß.
Woher kommt „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“?
Das Sprichwort stammt aus der Bibel, aus dem Buch des Propheten Hosea (8,7). Hosea wirft dem Nordreich Israel im 8. Jahrhundert v. Chr. vor, Könige ohne Gottes Willen einzusetzen und das Kalb von Samaria anzubeten. Die Folgen beschreibt er mit einem Bild aus der Landwirtschaft: Wer Wind sät, erntet Sturm, und die Halme bringen kein Mehl.
Luther übersetzte 1545 noch: „Denn sie seen Wind, vnd werden Vngewitter einerndten“. In der heutigen Lutherbibel steht: „Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten.“ Auch das englische „sow the wind and reap the whirlwind“ geht auf diese Stelle zurück.
Beispiele aus dem Alltag
Nach Monaten voller Sticheleien in der Elterngruppe wird Herr Krause bei der Wahl zum Elternsprecher nicht einmal mehr vorgeschlagen. „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, murmelt eine Mutter in der letzten Reihe.
Die Kommentatorin schreibt über den Minister, der jahrelang gegen Journalisten gewettert hat und nun selbst im Shitstorm steht: Wer Wind sät, wird Sturm ernten.
Leo wirft seinem Bruder ein Kissen an den Kopf. Zehn Sekunden später fliegt es zurück, und der Kakao landet auf dem Sofa. Papa seufzt: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten.“
Häufige Fragen
Steht „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ in der Bibel?
Ja, im Alten Testament beim Propheten Hosea, Kapitel 8, Vers 7. Dort ist es eine Drohung an das Volk Israel, im Deutschen wurde daraus ein allgemeines Sprichwort.
Was ist der Unterschied zu „Wie die Saat, so die Ernte“?
„Wie die Saat, so die Ernte“ sagt nur, dass man bekommt, was man angelegt hat. „Wer Wind sät“ geht weiter: Die Folgen fallen schlimmer aus als die Tat.
Wie heißt das Sprichwort auf Englisch?
„Sow the wind and reap the whirlwind“. Die King-James-Bibel übersetzt Hosea mit „whirlwind“, also Wirbelsturm.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Rache …
Ähnliche Sprichwörter
Alle zu Streit und KonfliktMehr dazu
- Biblische Sprichwörter: Bibelstellen, Wortlaut und Bedeutung heuteHochmut kommt vor dem Fall, Perlen vor die Säue: Welche Sprichwörter aus der Bibel stammen, wo genau sie stehen und was sie heute meinen.
- Geschichte der deutschen Sprichwörter: Ursprung, Sammler und ForschungWoher deutsche Sprichwörter kommen und wer sie gesammelt hat: von Bibel und Sachsenspiegel über Agricola und Franck bis zu Wanders Lexikon mit über 250.000 Einträgen.