Wer suchet, der findet
Kurz gesagt
Wer sich ernsthaft und ausdauernd um etwas bemüht, kommt am Ende auch zum Ziel.
- Ursprung
- Aus der Bibel
- Auf Englisch
- Seek and ye shall find
- Auch gesagt
- Wer sucht, der findet
- Suchet, so werdet ihr finden
- Gegenteil
- Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf
Was bedeutet „Wer suchet, der findet“?
„Wer suchet, der findet“ macht Mut: Wer beharrlich nach etwas sucht oder sich um etwas bemüht, kommt zum Ziel. Im Alltag ist der Satz oft ganz wörtlich gemeint, etwa wenn nach langem Wühlen der Autoschlüssel in der Jackentasche auftaucht, wenn jemand im Secondhandladen ein Schnäppchen entdeckt oder nach vielen Bewerbungen die passende Stelle findet. Die altertümliche Form „suchet“ gibt ihm einen feierlichen, leicht scherzhaften Klang. Man sagt ihn triumphierend, wenn etwas gefunden wurde, oder aufmunternd, wenn jemand aufgeben will.
Ursprünglich ging es um mehr als verlorene Dinge. In der Bergpredigt steht der Satz in einem Abschnitt über das Gebet: Wer Gott bittet und sucht, wird nicht abgewiesen. Diese religiöse Bedeutung schwingt heute selten mit. Manchmal wird das Sprichwort auch ironisch gebraucht, wenn jemand bei hartnäckiger Suche etwas entdeckt, das er lieber nicht gefunden hätte, etwa alte Chatnachrichten oder einen Fehler in der eigenen Abrechnung.
Woher kommt „Wer suchet, der findet“?
Das Sprichwort stammt aus der Bergpredigt. Jesus sagt in Matthäus 7,7–8: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet“ (Lutherbibel 2017). Fast gleich lautet die Stelle in Lukas 11,9–10.
Die Form „suchet“ stammt aus Luthers Übersetzung. In der Ausgabe letzter Hand von 1545 lautet Vers 8: „Denn wer da bittet / der empfehet / Vnd wer da suchet / der findet“. Die heutige Lutherbibel schreibt in diesem Vers „sucht“. Das Sprichwort hat die ältere, feierlichere Form bewahrt, die auch in Vers 7 („suchet, so werdet ihr finden“) bis heute steht.
Beispiele aus dem Alltag
Seit einer halben Stunde durchsucht Lars die Wohnung nach seinem Ausweis. Schließlich zieht er ihn aus der Wintermütze: „Wer suchet, der findet!“
Auf dem Flohmarkt entdeckt Hanna nach zwei Stunden ein altes Rennrad für 40 Euro. „Wer suchet, der findet“, schreibt sie ihrem Freund und schickt ein Foto.
Nach der dreißigsten Absage will Kemal aufgeben. Seine Mentorin bleibt zuversichtlich: „Wer suchet, der findet. Die richtige Stelle kommt noch.“
Häufige Fragen
Steht „Wer suchet, der findet“ in der Bibel?
Ja. Der Satz stammt aus der Bergpredigt, Matthäus 7,8, und steht ähnlich in Lukas 11,10. In Luthers Übersetzung von 1545 heißt es „wer da suchet, der findet“.
Heißt es „Wer suchet, der findet“ oder „Wer sucht, der findet“?
Als Sprichwort ist „Wer suchet, der findet“ üblich, weil es die alte Form aus Luthers Bibel bewahrt. „Wer sucht, der findet“ ist ebenfalls richtig und klingt alltäglicher.
Wie sagt man „Wer suchet, der findet“ auf Englisch?
Die bekannte Entsprechung „Seek and ye shall find“ stammt aus der King-James-Bibel und gibt Matthäus 7,7 wieder.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
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