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Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Kurz gesagt

Wer anderen schaden will, schadet damit am Ende oft sich selbst.

Auf Englisch
Hoist by his own petard
Whoso diggeth a pit shall fall therein
Auch gesagt
Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Was bedeutet „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“?

Wer anderen eine Falle stellt, sie hereinlegt oder anschwärzt, erlebt nicht selten, dass der Plan auf ihn selbst zurückfällt. Der Kollege, der Gerüchte streut, verliert selbst das Vertrauen. Der Mitschüler, der einen anderen verpetzen will, wird dabei selbst erwischt. Man sagt das Sprichwort meist mit einer gewissen Genugtuung, wenn eine Intrige nach hinten losgegangen ist.

Es ist eine Feststellung über ausgleichende Gerechtigkeit, aber keine Garantie. Viele Intrigen gelingen, und nicht jeder, der eine Grube gräbt, fällt hinein. Deshalb hat der Satz oft einen warnenden Unterton: Verlass dich nicht darauf, dass du davonkommst.

Woher kommt „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“?

Das Sprichwort stammt aus der Bibel. Im Buch der Sprüche heißt es: „Wer eine Grube gräbt, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen“ (Sprüche 26,27, Lutherbibel 2017). Vorsichtiger formuliert der Prediger: „Wer eine Grube gräbt, der kann hineinfallen“ (Prediger 10,8). Auch Psalm 7,16 und Jesus Sirach 27,26 kennen das Bild. Gemeint ist eine Fallgrube, wie man sie zum Fangen von Wild aushob.

Im Deutschen ist der Gedanke schon im Mittelalter verbreitet. Der Spruchdichter Spervogel reimte im 12. Jahrhundert, oft liege der selbst darin, der dem andern die Grube grabe. Friedrich Petri verzeichnet Anfang des 17. Jahrhunderts die Form „Wer einem andern eine Grube grebt, der felt selbst hinein“.

Quellen

Stand:

Weitere Sprichwörter aus der Bibel

Beispiele aus dem Alltag

  • Kevin wollte seinem Kollegen den Fehler in der Präsentation anhängen, doch der Mailverlauf zeigte, wer ihn gemacht hatte. „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, murmelt die Teamleiterin.

  • Beim Monopoly versucht Jonas, seine Schwester mit einem miesen Tauschgeschäft hereinzulegen, und ist drei Runden später pleite. „Wer anderen eine Grube gräbt …“, sagt sie und kassiert die Miete.

  • „Der hat seinen Rivalen wegen geschönter Spesen angezeigt und stolpert jetzt selbst über seine Abrechnungen“, liest Oma aus der Zeitung vor. „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“

Lustige Abwandlungen

  • Wer anderen eine Grube gräbt, hat ein Grubengrabgerät

    Verbreiteter Kalauer.

Mehr verdrehte Sprichwörter

Häufige Fragen

Steht „Wer anderen eine Grube gräbt“ in der Bibel?

Ja, sinngemäß an mehreren Stellen, am bekanntesten in Sprüche 26,27 und Prediger 10,8. Die Lutherbibel sagt dort knapper „Wer eine Grube gräbt“, die Form mit „anderen“ ist die spätere sprichwörtliche Zuspitzung.

Was ist mit der Grube gemeint?

Eine Fallgrube: ein abgedecktes Loch, in das ein Tier oder ein Feind stürzen sollte. Im übertragenen Sinn steht sie für jede hinterhältige Falle.

Heißt es „anderen“ oder „andern“?

Beides ist richtig. „Andern“ ist die verkürzte Form, die sich flüssiger spricht, „anderen“ die vollständige.

Wie sagt man das auf Englisch?

Am gebräuchlichsten ist „to be hoist by one’s own petard“ aus Shakespeares „Hamlet“, also von der eigenen Sprengladung in die Luft gejagt werden. Die Bibelfassung lautet „Whoso diggeth a pit shall fall therein“.

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