Donnerlittchen
Kurz gesagt
Landschaftlicher, besonders norddeutscher Ausruf des Erstaunens und der Bewunderung, etwa im Sinne von „Donnerwetter!“.
- Auf Englisch
- Gosh!
- Blimey!
- Auch gesagt
- Donnerlüttchen
- Dunnerlittchen
Was bedeutet „Donnerlittchen“?
„Donnerlittchen!“ sagt man, wenn man über etwas staunt, meist anerkennend. Der Duden kennzeichnet das Wort als landschaftlich, erklärt es als Ausruf des Erstaunens und nennt „Donnerwetter“ als Synonym. Das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, das im DWDS steht, nennt es salopp und schreibt ihm Erstaunen und Bewunderung zu. Typisch ist der Satz über eine unerwartete Leistung: der Sohn, der die Steuererklärung allein gemacht hat, oder der alte Kombi, der doch noch durch den TÜV gekommen ist.
Das Wort klingt freundlicher als „Donnerwetter“, denn die Verkleinerungsendung nimmt dem Gewitter die Wucht. Für Ärger oder eine Strafpredigt taugt es deshalb nicht, die Wörterbücher verzeichnen nur Staunen und Bewunderung. Heute wirkt der Ausruf etwas altmodisch und gemütlich. Neben „Donnerlittchen“ verzeichnet der Duden die Formen „Donnerlüttchen“ und „Dunnerlittchen“, das DWDS nennt beide als seltene Nebenformen.
Woher kommt „Donnerlittchen“?
Wolfgang Pfeifers Etymologisches Wörterbuch stellt „Donnerlittchen“ zum „Donnerwetter“ und nennt es eine abgeschwächte, norddeutsche Form des Ausrufs, belegt seit dem 19. Jahrhundert. Den zweiten Bestandteil erklärt Pfeifer als „Lichtchen“ und verweist auf das ostpreußische „Lichting“ für „Blitz“; der Duden nennt dieselbe Vergleichsform. Gemeint ist also wohl ein verkleinertes „Donner und Blitz“, in dem aus dem Blitz ein „Lichtchen“ geworden ist.
Damit gehört das Wort in die Familie der Gewitterflüche. „Donnerwetter“ diente laut Pfeifer seit dem 17. Jahrhundert in Flüchen und Verwünschungen, und auch „Potz Blitz“ beschwört das Unwetter. In der verniedlichten Form ist davon nur noch freundliches Staunen geblieben. Wer das Wort zuerst gebrauchte und wo genau, ist nicht überliefert.
Beispiele aus dem Alltag
Hannes hat das alte Fahrrad seines Vaters komplett restauriert und schiebt es stolz auf den Hof. „Donnerlittchen, das sieht ja aus wie neu!“
Oma Ilse sieht ihre Enkelin zum ersten Mal in der Polizeiuniform. „Donnerlittchen, Kind, die steht dir aber!“
Beim Grünkohlessen des Kegelvereins verkündet Uwe, dass er heute alle Neune geworfen hat. „Donnerlittchen“, ruft Heinz über den Tisch.
Häufige Fragen
Was bedeutet „littchen“ in „Donnerlittchen“?
Nach Wolfgang Pfeifers Etymologischem Wörterbuch steckt darin „Lichtchen“; er verweist auf das ostpreußische „Lichting“ für den Blitz. „Donnerlittchen“ ist demnach eine verniedlichte Gewitterformel.
Wo sagt man „Donnerlittchen“?
Pfeifer bezeichnet „Donnerlittchen“ als norddeutsch, der Duden kennzeichnet es allgemeiner als landschaftlich. Der Vergleich mit dem ostpreußischen „Lichting“ deutet auf den Nordosten des Sprachraums.
Ist „Donnerlittchen“ dasselbe wie „Donnerwetter“?
Der Duden nennt „Donnerwetter“ als Synonym. „Donnerlittchen“ drückt aber nur Erstaunen und Bewunderung aus, während „Donnerwetter“ auch für Ärger und eine heftige Strafpredigt stehen kann.
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