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Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps

Kurz gesagt

Arbeit und Vergnügen, Beruf und Privatleben gehören strikt getrennt; wer im Dienst ist, feiert nicht, und wer feiert, redet nicht über die Arbeit.

Auf Englisch
Don’t mix business with pleasure
Auch gesagt
Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps
Dienst ist Dienst

Was bedeutet „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“?

„Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ heißt: Berufliches und Privates, Pflicht und Vergnügen soll man nicht vermischen. Während der Arbeit wird gearbeitet und nicht getrunken, und nach Feierabend hat die Arbeit Pause. Man sagt den Satz, wenn jemand beim Betriebsfest über Projekte reden will, wenn der Chef in der Freizeit eine Mail schickt oder wenn ein Kollege am Rosenmontag schon mittags anstoßen möchte. Der Ton ist umgangssprachlich und meist launig, die doppelte Tautologie „Dienst ist Dienst“ und „Schnaps ist Schnaps“ lässt keinen Widerspruch zu.

DWDS verzeichnet daneben eine zweite, ernste Bedeutung: Im Beruf gelten andere moralische Maßstäbe als im Privatleben. So gebraucht, beschreibt der Satz eine bedenkliche Haltung, die das eigene Gewissen mit dem Dienstbeginn abgibt. Zeitungen stellen ihn in diesem Sinn neben „Befehl ist Befehl“, und der „Spiegel“ zitierte 1998 einen früheren Auschwitz-Arzt mit den Worten „Dienst war Dienst, und Schnaps war Schnaps“. Im Alltag überwiegt aber klar die harmlose Lesart: Arbeitszeit ist Arbeitszeit, Freizeit ist Freizeit.

Woher kommt „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“?

Woher die Verbindung stammt, ist nicht geklärt. Die erste Hälfte ist alt: Wander verzeichnet „Dienst ist Dienst“ im ersten Band seines Deutschen Sprichwörter-Lexikons (1867) als eigenes Sprichwort, ohne die Fortsetzung mit dem Schnaps. Wann diese hinzukam, ist nicht belegt.

Gern verbindet man den Spruch mit dem Militär. Der „Spiegel“ nannte ihn 1986 spöttisch die „Soldatenregel Nummer eins“, als es um einen Staatssekretär im Verteidigungsministerium ging, so zitiert ihn das auf dem Duden beruhende Universal-Lexikon. Dass er tatsächlich in der Kaserne entstanden ist, lässt sich daraus nicht ableiten. Die Form folgt einem verbreiteten Muster: Zwei Tautologien nach dem Schema „X ist X“ werden nebeneinandergestellt, um zwei Bereiche scharf zu trennen.

Beispiele aus dem Alltag

  • Beim Sommerfest fängt der Vertriebsleiter an, über Quartalszahlen zu reden. Murat drückt ihm ein Glas in die Hand: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, heute wird gefeiert.“

  • Lena arbeitet in der Notaufnahme und lehnt beim Grillen das Bier ab, weil sie Rufbereitschaft hat. „Dienst ist Dienst“, sagt sie, „und Schnaps ist Schnaps.“

  • Der neue Chef schreibt auch am Sonntag Nachrichten in den Teamchat. Frau Kaya antwortet erst am Montag um acht: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, wie mein Vater immer sagte.“

Häufige Fragen

Woher kommt „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“?

Die Herkunft von „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ ist nicht geklärt. Die erste Hälfte, „Dienst ist Dienst“, verzeichnet Wander schon 1867 als Sprichwort, wann der Schnaps hinzukam, ist nicht belegt.

Ist „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ ein Soldatenspruch?

Er wird oft so verstanden, der „Spiegel“ nannte ihn 1986 die „Soldatenregel Nummer eins“. Ein Beleg dafür, dass „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ aus der Soldatensprache stammt, ist aber nicht bekannt.

Wie sagt man „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ auf Englisch?

Am nächsten kommt „Don’t mix business with pleasure“, also: Geschäft und Vergnügen nicht vermischen. Eine englische Wendung mit Alkohol im Bild gibt es dafür nicht.

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