Sich ins Fäustchen lachen
Kurz gesagt
Sich heimlich freuen, meist schadenfroh, weil ein anderer hereinfällt oder man selbst ungesehen einen Vorteil hat.
- Auf Englisch
- to laugh up one’s sleeve
- to laugh all the way to the bank
- Auch gesagt
- In die Faust lachen
Was bedeutet „Sich ins Fäustchen lachen“?
„Sich ins Fäustchen lachen“ heißt: sich insgeheim über etwas freuen, meist mit Schadenfreude, manchmal auch mit stiller Genugtuung. Der Duden umschreibt es mit „voll heimlicher Schadenfreude oder Genugtuung sein“. Wer sich ins Fäustchen lacht, bleibt nach außen ruhig und hat doch Grund zur Freude: Die Konkurrenz profitiert vom Streit zweier Parteien, der Verkäufer hat einem Ahnungslosen eine Rostlaube teuer angedreht, die kleine Schwester sieht zu, wie der Bruder für ihre Tat Ärger bekommt.
Lachen muss dabei niemand wirklich. Entscheidend ist das Heimliche: Die Freude wird versteckt, weil sie auf Kosten anderer geht oder weil man sich nicht verraten will. Deshalb spricht man meist über Dritte, oft mit einem Vorwurf: „Da lacht sich der Konzern ins Fäustchen.“ Der Ton ist umgangssprachlich und ein wenig altmodisch. Wer offen und laut lacht, „lacht sich einen Ast“, das ist etwas ganz anderes. In der Schweiz sagt man laut Duden auch ohne „sich“ einfach „ins Fäustchen lachen“.
Woher kommt „Sich ins Fäustchen lachen“?
Das Bild beschreibt eine Geste. Wander erklärt sie so: Wer lachen will, ohne dass man es merkt, „so legt er die Hand auf den Mund, als ob er gähnen oder sich abwischen wollte“. Die ältere Form lautet „in die Faust lachen“; Sebastian Franck verzeichnet 1541 „Er lacht in die Faust“. Das Grimmsche Wörterbuch belegt sie vielfach bei Martin Luther, etwa in den Tischreden: „dieses spiels hat der teufel in die feuste gelacht“. Auch in seiner Bibelübersetzung kommt sie vor. In Jesus Sirach 12,19 heißt es in der Ausgabe letzter Hand von 1545 über den falschen Freund: „Seinen Kopff wird er schütteln / vnd in die faust lachen / dein spotten / vnd das Maul auffwerffen.“ Die Lutherbibel 2017 übersetzt die Stelle anders, dort „klatscht“ der Feind „in die Hände“ (Sirach 12,18).
Die Bibelstelle ist also ein früher Beleg, aber nicht die Quelle: Luther gebrauchte die Wendung auch in anderen Schriften. Die Verkleinerungsform „Fäustchen“ findet Grimm schon im späten 16. Jahrhundert bei Bartholomäus Ringwaldt: „und lacht es in das feustchen nein“. Im 18. Jahrhundert schreibt Wieland von einer Schwester, „die nur ins fäustchen lacht“. Das Niederländische kennt dieselbe Wendung: „in zijn vuistje lachen“.
Beispiele aus dem Alltag
Zwei Bäckereien im Viertel liefern sich einen Preiskampf, bis beide kaum noch etwas verdienen. „Und der Discounter an der Ecke lacht sich ins Fäustchen“, sagt Herr Brandt.
Lina hat die Vase umgestoßen, aber ihr Bruder bekommt den Ärger. Sie sitzt brav am Tisch und lacht sich ins Fäustchen.
Dariusz hat seinen alten Kleinwagen für einen Preis verkauft, über den er selbst staunt. „Der Käufer war glücklich, und ich habe mir ins Fäustchen gelacht“, erzählt er.
Häufige Fragen
Steht „sich ins Fäustchen lachen“ in der Bibel?
In Luthers Übersetzung von 1545 lacht in Jesus Sirach 12,19 ein falscher Freund „in die faust“. Erfunden hat die Bibel die Wendung aber nicht: Luther benutzte „in die Faust lachen“ auch in anderen Schriften, und die Lutherbibel 2017 spricht an dieser Stelle vom Händeklatschen.
Woher kommt „sich ins Fäustchen lachen“?
„Sich ins Fäustchen lachen“ beschreibt die Geste, mit der man ein heimliches Lachen hinter der vorgehaltenen Hand versteckt, als müsse man nur gähnen. Die ältere Form „in die Faust lachen“ ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, das „Fäustchen“ seit dem späten 16. Jahrhundert.
Wie sagt man „sich ins Fäustchen lachen“ auf Englisch?
Die genaue Entsprechung ist „to laugh up one’s sleeve“. Geht es um einen Vorteil, den jemand trotz Kritik einstreicht, sagt man auch „to laugh all the way to the bank“.
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