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Jemandem den Laufpass geben

Kurz gesagt

Sich von jemandem trennen oder ihn fortschicken, etwa einen Partner verlassen oder einen Mitarbeiter entlassen.

Auf Englisch
To give someone the boot
To dump someone
To give someone their marching orders
Auch gesagt
Den Laufpass bekommen
Den Laufpass erhalten

Was bedeutet „Jemandem den Laufpass geben“?

„Jemandem den Laufpass geben“ heißt: sich von jemandem trennen, ihn fortschicken oder entlassen. Am häufigsten hört man die Wendung bei Liebesbeziehungen: Wer nach drei Jahren Schluss macht, hat dem Partner den Laufpass gegeben. Sie passt aber ebenso auf den Verein, der den Trainer nach einer Niederlagenserie entlässt, auf die Firma, die einem Dienstleister kündigt, oder auf Wähler, die eine Regierung abwählen. Duden und DWDS führen sie als umgangssprachlich.

Die Wendung klingt endgültig und ein wenig schnodderig. Sie betont, dass die Trennung von einer Seite ausging und der andere nicht gefragt wurde. Aus Sicht des Betroffenen heißt es „den Laufpass bekommen“ oder „den Laufpass erhalten“. Für eine einvernehmliche Trennung passt sie deshalb schlecht, und in ein Kündigungsschreiben gehört sie nicht. Scherzhaft gibt man auch Dingen den Laufpass, etwa dem alten Stromanbieter oder einer lästigen Gewohnheit.

Woher kommt „Jemandem den Laufpass geben“?

Der Laufpass war ursprünglich ein Papier. Pfeifers Etymologisches Wörterbuch beschreibt ihn als „Ausweis für entlassene (invalide) Soldaten und Arbeitsuchende“, der ihnen freie Bewegung im Land zusicherte. Das Wort ist seit dem 18. Jahrhundert belegt; älter ist das gleichbedeutende „Laufzettel“ aus dem 17. Jahrhundert. Duden erklärt den Laufpass als Entlassungsschein, den man beim Ausscheiden aus dem Militärdienst mitbekam.

Grimms Wörterbuch (Band 6, 1885) nennt ihn einen Pass für jemanden, „den man laufen läszt, aus seinem dienste entläszt“, und bezeichnet „einem den laufpasz schreiben, geben“ als verächtliche Wendung. Als Belege führt es Kotzebue und Schiller an, der im Lustspiel „Der Parasit“ (1803) schreibt: „seit gestern abend habe ich meinen laufpasz erhalten.“ Wer den Laufpass in der Hand hielt, durfte also gehen, musste es aber auch. Als eigenes Wort ist „Laufpass“ heute außer Gebrauch, es lebt nur noch in der Wendung weiter.

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach drei Jahren Fernbeziehung hat Aylin ihrem Freund den Laufpass gegeben. „Ich hatte keine Lust mehr, jedes Wochenende im Zug zu sitzen“, erzählt sie ihrer Schwester.

  • Nach der fünften Niederlage in Folge gibt der Vorstand dem Trainer den Laufpass. Die Fans hatten seit Wochen seine Entlassung gefordert.

  • „Wir geben unserem Stromanbieter den Laufpass“, verkündet Herr Nowak beim Abendessen. „Der neue ist zwanzig Euro im Monat billiger.“

Häufige Fragen

Was ist ein Laufpass?

Ein Laufpass war ursprünglich ein Ausweis für Menschen, die aus einem Dienst entlassen wurden, besonders für entlassene Soldaten. Als eigenes Wort benutzt man „Laufpass“ heute nicht mehr, es steckt nur noch in der Wendung „jemandem den Laufpass geben“.

Woher kommt „jemandem den Laufpass geben“?

„Jemandem den Laufpass geben“ hieß zunächst wörtlich, jemandem bei der Entlassung den Entlassungsschein auszuhändigen. Das Wort ist seit dem 18. Jahrhundert belegt, die Wendung findet sich um 1800 bei Kotzebue und Schiller.

Wie sagt man „jemandem den Laufpass geben“ auf Englisch?

Bei Liebesbeziehungen sagt man „to dump someone“, allgemeiner „to give someone the boot“. „To give someone their marching orders“ stammt wie das deutsche Wort aus der Welt des Militärs.

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