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Sein Waterloo erleben

Kurz gesagt

Eine vernichtende, meist endgültige Niederlage erleiden, oft nach einer Zeit großer Erfolge.

Auf Englisch
To meet one’s Waterloo
Auch gesagt
Ein Waterloo erleben

Was bedeutet „Sein Waterloo erleben“?

„Sein Waterloo erleben“ heißt: eine vernichtende Niederlage erleiden, von der man sich nicht mehr erholt. Gemeint ist kein kleiner Rückschlag, sondern das Scheitern an der entscheidenden Stelle, oft nach einer langen Siegesserie. Ein Titelverteidiger, der im Pokal gegen einen Viertligisten untergeht, eine Ministerin, deren Reform im Parlament krachend durchfällt, ein Start-up, das nach der dritten Finanzierungsrunde pleitegeht: Sie alle erleben ihr Waterloo. Häufig sagt man es im Rückblick, wenn eine Laufbahn an genau diesem Punkt geendet hat.

Der Duden ordnet die Wendung als bildungssprachlich ein. Sie ist typisch für Sportberichte, politische Kommentare und Wirtschaftsseiten. Im Alltag wird sie gern ironisch übertrieben, wenn jemand vom „privaten Waterloo“ einer missglückten Prüfung oder Party erzählt. Für eine knappe oder vorläufige Niederlage passt sie dagegen schlecht, denn sie trägt das Bild des Endes in sich. ABBA haben mit dem Lied „Waterloo“ 1974 den Eurovision Song Contest gewonnen und das Bild umgedreht: Dort ergibt sich jemand der Liebe, so wie Napoleon sich bei Waterloo ergeben musste.

Woher kommt „Sein Waterloo erleben“?

Die Wendung erinnert an die Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815, etwa 15 Kilometer südlich von Brüssel im heutigen Belgien. Napoleon, der aus der Verbannung auf Elba zurückgekehrt war, wurde dort von den Truppen unter Wellington und den Preußen unter Blücher geschlagen. Es war seine letzte Schlacht. Wenige Tage später, am 22. Juni, dankte er endgültig ab und wurde als Gefangener der Briten auf die Atlantikinsel St. Helena gebracht, wo er 1821 starb. In Deutschland hieß die Schlacht lange auch „Schlacht bei Belle-Alliance“, nach dem Gasthof, bei dem sich Blücher und Wellington am Ende der Kämpfe trafen.

Weil hier ein scheinbar unbesiegbarer Feldherr seinen Untergang erlebte, wurde der Ortsname zum Sinnbild der endgültigen Niederlage. Im Englischen ist „to meet one’s Waterloo“ spätestens seit den 1860er-Jahren belegt. Wann die deutsche Wendung aufkam, geben die Wörterbücher nicht an; Duden und DWDS verzeichnen sie heute als feste Fügung.

Beispiele aus dem Alltag

  • Der Titelverteidiger fliegt im Pokal gegen einen Viertligisten raus. „Heute hat der Verein sein Waterloo erlebt“, schreibt Murat in die Fangruppe.

  • Nach zwölf Jahren im Amt holt der Bürgermeister bei der Wahl nur noch 19 Prozent. Die Lokalzeitung titelt am Montag: „Bürgermeister erlebt sein Waterloo“.

  • Leonie ist zum dritten Mal durch die Fahrprüfung gefallen, wieder am großen Kreisel. „An diesem Kreisverkehr werde ich noch mein Waterloo erleben“, stöhnt sie.

Häufige Fragen

Woher kommt „sein Waterloo erleben“?

Die Wendung bezieht sich auf die Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815. Dort wurde Napoleon von Wellington und Blücher endgültig geschlagen, wenige Tage später dankte er ab. Seitdem steht „Waterloo“ für eine vernichtende Niederlage.

Wo liegt Waterloo?

Waterloo ist ein Ort in Belgien, etwa 15 Kilometer südlich von Brüssel. In Deutschland wurde die Schlacht von 1815 früher auch „Schlacht bei Belle-Alliance“ genannt, nach einem nahe gelegenen Gasthof.

Wie sagt man „sein Waterloo erleben“ auf Englisch?

Im Englischen sagt man „to meet one’s Waterloo“. Die Wendung nutzt dasselbe Bild und ist dort spätestens seit den 1860er-Jahren belegt.

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