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Die Hosen anhaben

Kurz gesagt

In einer Beziehung, Familie oder Gruppe das Sagen haben; meist gesagt von einer Frau, die zu Hause bestimmt.

Auf Englisch
to wear the trousers
to wear the pants
Auch gesagt
Die Hosen tragen

Was bedeutet „Die Hosen anhaben“?

„Die Hosen anhaben“ heißt: bestimmen, wo es langgeht, und die Entscheidungen treffen. Der Duden erklärt es mit „[im Haus] bestimmend sein, Macht ausüben“, oft mit dem Zusatz „zu Hause“. Klassisch ist die Wendung auf Paare gemünzt, und zwar fast immer auf die Frau: Wenn sie über Urlaubsziel, Auto und Wohnzimmerfarbe entscheidet, heißt es, bei denen habe sie die Hosen an. Heute hört man sie auch über Firmen, Vereine oder Wohngemeinschaften: „Wer hat hier eigentlich die Hosen an?“

Der Ton ist umgangssprachlich und meist spöttisch, oft mit einem Seitenhieb auf den Mann, der angeblich nichts zu sagen hat. Damit transportiert die Wendung ein altes Rollenbild: Dass eine Frau bestimmt, galt als bemerkenswert und ein wenig lächerlich. Heute wird sie deshalb oft mit einem Augenzwinkern gebraucht. Über ein Paar, das sich die Entscheidungen teilt, passt sie nicht. Für einen Mann, der zu Hause bestimmt, gibt es die eigene Wendung „Herr im Haus sein“.

Woher kommt „Die Hosen anhaben“?

Hosen waren über Jahrhunderte Männerkleidung, Frauen trugen Röcke. Das Grimmsche Wörterbuch hält fest, dass die Hose deshalb „zum symbol der herschaft in der ehe“ wurde. Die ältesten seiner Belege stammen aus dem 17. Jahrhundert. Bei Johann Balthasar Schupp heißt es: „Margaretha wolte die hosen und das regiment im hausz haben. das wolte Cornelius auch haben.“ Bei Grimmelshausen erzählt eine Frau, man habe geglaubt, sie habe zu Lebzeiten ihres ersten Mannes „die hosen getragen“, was diesem „bei ehrlichen gesellschaften zu nicht geringerer beschimpfung nachgeredet worden“ sei.

Neben „die Hosen tragen“ und „die Hosen haben“ verzeichnet Grimm früh auch „anhaben“: Man habe einen Mann damit aufgezogen, „dasz er den rock, seine frau aber die hosen anhätte“. Bei Jeremias Gotthelf heißt es 1849 in „Uli der Pächter“, ein Mann sei „sein lebtag nie ein mann gewesen, die mutter die hosen angehabt habe“. Dasselbe Bild kennen viele Nachbarsprachen, etwa das Englische mit „to wear the trousers“, das Französische mit „porter la culotte“ und das Niederländische mit „de broek aanhebben“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Beim Grillen erzählt Tobias, dass seine Frau den nächsten Urlaub schon gebucht hat, ohne ihn zu fragen. Sein Kumpel grinst: „Bei euch hat ja wohl Katrin die Hosen an.“

  • In der WG entscheidet Selin über Putzplan, Einkäufe und WLAN-Passwort. „Ist doch klar, wer hier die Hosen anhat“, sagt Mitbewohner Paul.

  • Nach der Übernahme fragen sich die Mitarbeiter, ob der alte Gründer noch etwas zu sagen hat. Frau Lindner ist sicher: „Die Hosen hat jetzt der Investor an.“

Häufige Fragen

Woher kommt „die Hosen anhaben“?

„Die Hosen anhaben“ stammt aus einer Zeit, in der nur Männer Hosen trugen. Die Hose wurde so zum Zeichen der Herrschaft im Haus, und von einer Frau, die bestimmte, sagte man schon im 17. Jahrhundert, sie habe oder trage die Hosen.

Ist „die Hosen anhaben“ sexistisch?

„Die Hosen anhaben“ beruht auf dem alten Rollenbild, nach dem eigentlich der Mann im Haus bestimmen sollte. Wer es über eine Frau sagt, spottet daher oft über sie und ihren Partner zugleich. Ob das kränkt, hängt vom Ton ab: Augenzwinkernd unter Freunden gesagt, ist die Wendung meist harmlos gemeint.

Wie sagt man „die Hosen anhaben“ auf Englisch?

Im britischen Englisch sagt man „to wear the trousers“, im amerikanischen „to wear the pants“. Beide beschreiben ebenfalls, wer in einer Beziehung bestimmt.

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