Zum Inhalt springen

Ich fress einen Besen

Kurz gesagt

Ein salopper Ausruf, mit dem man beteuert, dass man eine Behauptung für falsch oder ein Ereignis für ausgeschlossen hält.

Auf Englisch
I’ll eat my hat
Auch gesagt
Ich fresse einen Besen
Ich will einen Besen fressen, wenn …
Ich fresse einen Besenstiel

Was bedeutet „Ich fress einen Besen“?

Wer sagt „Ich fress einen Besen, wenn das stimmt“, ist fest davon überzeugt, dass es nicht stimmt. Die Wendung funktioniert wie eine Wette, die man nie einlösen zu müssen glaubt: Der Einsatz ist so absurd, dass er die eigene Gewissheit unterstreicht. Meist folgt ein Nebensatz mit „wenn“, der benennt, woran man zweifelt: „Ich fress einen Besen, wenn der Zug pünktlich kommt.“ Der Ton ist salopp und oft scherzhaft. In die Kaffeeküche oder an den Stammtisch passt das gut, in ein Gespräch mit der Geschäftsführung weniger.

Ohne Nebensatz wird daraus ein reiner Ausruf des Staunens. Wer etwas Unerwartetes erlebt, ruft „Ich fress einen Besen!“ und meint damit so viel wie „Das hätte ich nie gedacht“. Die Wendung steht fast immer in der ersten Person, denn man setzt nur den eigenen Magen aufs Spiel. Duden schreibt „fresse“ oder „fress“, gesprochen wird meist die kurze Form, oft sogar „Ich fress ’nen Besen“. Scherzhafte Steigerungen wie „Ich fresse einen Besen samt Putzfrau“ machen die Beteuerung noch drastischer. Tritt das Unwahrscheinliche dann doch ein, erinnert gern jemand daran, dass nun ein Besen fällig wäre.

Woher kommt „Ich fress einen Besen“?

Woher die Wendung stammt, ist nicht belegt. Sicher ist, dass sie jung ist. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm führt „ich fresse einen Besen, wenn …“ in seiner Neubearbeitung als „jünger“ und bringt als frühesten Beleg einen Roman von 1932. Das DWDS zitiert Hans Fallada, der 1937 in „Wolf unter Wölfen“ schreibt: „ich will einen Besen fressen, wenn ich heute abend nicht alles vom Schulzen rauskriege“.

Das Bild versteht sich von selbst. Ein Besen aus Reisig oder Borsten ist so ungenießbar, wie ein Haushaltsgegenstand nur sein kann, und dazu meist schmutzig. Wer verspricht, ihn zu essen, setzt etwas ein, das niemand ernsthaft verlangen würde. Nach demselben Muster funktioniert das englische „I’ll eat my hat“. Ein Zusammenhang mit dem Hexenbesen des alten Volksglaubens ist wegen des späten Auftretens der Wendung unwahrscheinlich.

Beispiele aus dem Alltag

  • „Ich fress einen Besen, wenn der Handwerker wirklich am Montag um acht vor der Tür steht“, sagt Jana zu ihrem Mann. Um zehn nach acht klingelt es.

  • Im Vereinsheim wird über den Aufstieg diskutiert. Ole winkt ab: „Mit dem Kader? Ich fress einen Besen.“

  • Kai liest in der Familiengruppe, dass sein Bruder einen Marathon gelaufen ist. Er schreibt zurück: „Ich fress einen Besen! Seit wann läufst du denn?“

Häufige Fragen

Wie sagt man „Ich fress einen Besen“ auf Englisch?

Die genaue Entsprechung ist „I’ll eat my hat“. Auch im Englischen setzt man etwas Ungenießbares als Wetteinsatz, um zu zeigen, wie sicher man sich ist.

Heißt es „Ich fress einen Besen“ oder „Ich fresse einen Besen“?

Beides ist richtig. Duden führt die volle Form „Ich fresse einen Besen“ und die verkürzte „Ich fress einen Besen“, in der gesprochenen Sprache ist die kurze Form üblicher.

Ist „Ich fress einen Besen“ unhöflich?

Die Wendung ist salopp, aber nicht beleidigend, weil sie sich gegen niemanden richtet. Das grobe „fressen“ macht sie für förmliche Gespräche ungeeignet, unter Freunden und Kollegen ist sie gang und gäbe.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Der Ton macht …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Reden und Schweigen
↑↓auswählen↵öffnen