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Servus

Kurz gesagt

Vertraulicher Gruß zur Begrüßung und zum Abschied, vor allem in Bayern und Österreich; von lateinisch „servus“, Diener, also eigentlich „Ihr Diener!“.

Auch gesagt
Servas
Seas

Was bedeutet „Servus“?

„Servus!“ ist ein Gruß unter Leuten, die sich duzen, und er funktioniert in beide Richtungen: als „Hallo“ beim Treffen und als „Tschüss“ beim Gehen. Der Duden ordnet ihn besonders dem Bairischen und Österreichischen zu, das DWDS dem Südosten Deutschlands und Österreich; gebräuchlich ist er auch in Franken, Schwaben und der Pfalz. Man hört ihn am Stammtisch, in der Umkleide, unter Kollegen und am Telefon unter Freunden, oft verschliffen zu „Servas“, „Seas“ oder „Sers“.

Weil er vertraut klingt, passt „Servus“ nicht gegenüber Fremden oder Vorgesetzten, die man siezt; da bleibt man bei „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“. In der Wendung „jemandem Servus sagen“ bedeutet er auch Abschied, oft einen endgültigen, etwa wenn ein Spieler seinem Verein Servus sagt. Ironisch steht „Na servus!“ für Ärger oder böse Vorahnung, ungefähr „Das kann ja heiter werden“. Das DWDS stellt diesen Gebrauch neben „Prost Mahlzeit!“.

Woher kommt „Servus“?

Das Wort ist lateinisch: „servus“ heißt Sklave, Knecht, Diener. Als Gruß bedeutet es eigentlich „(Ich bin) Ihr Diener!“, eine Höflichkeitsformel, mit der man sich dem anderen gegenüber dienstbereit erklärte. Nach Pfeifers „Etymologischem Wörterbuch“ wurde es im 17. Jahrhundert ins Deutsche übernommen, zunächst vor allem in Süddeutschland und Österreich, später auch darüber hinaus. Wann aus der Höflichkeitsformel der lockere Gruß unter Freunden wurde, ist nicht genau belegt. Auch in Ländern der früheren Habsburgermonarchie ist der Gruß verbreitet, etwa in Ungarn als „szervusz“ und in der Slowakei.

Dasselbe Muster, eine Formel der Unterwürfigkeit zum vertraulichen Gruß abzuschleifen, zeigt das italienische „ciao“. Es geht nach dem Duden auf venezianisch „sciavo“ zurück, eine Nebenform von „schiavo“, Sklave. Beide Grüße sagen also ursprünglich dasselbe: Ich stehe zu deinen Diensten.

Beispiele aus dem Alltag

  • Jonas kommt in die Umkleide des Fußballvereins in Regensburg: „Servus, Leute! Hat jemand meine Schienbeinschoner gesehen?“

  • Am Bahnsteig umarmt Leonie ihren Cousin aus Linz: „Servus, und meld dich, wenn du gut angekommen bist!“

  • Herr Huber liest im Brief vom Finanzamt die Höhe der Nachzahlung und murmelt: „Na servus.“

Häufige Fragen

Was bedeutet „Servus“ wörtlich?

„Servus“ ist lateinisch und heißt Sklave oder Diener. Als Gruß bedeutet es eigentlich „Ich bin Ihr Diener“, eine alte Höflichkeitsformel, die im Süden zum vertraulichen Gruß geworden ist.

Sagt man „Servus“ zur Begrüßung oder zum Abschied?

Beides. „Servus“ passt beim Kommen wie beim Gehen, ähnlich wie das italienische „ciao“, das ebenfalls auf ein Wort für Sklave zurückgeht.

Was bedeutet „Na servus!“?

„Na servus!“ ist ein ironischer Ausruf, wenn sich Ärger oder Schwierigkeiten abzeichnen, ungefähr „Das kann ja heiter werden“. Das DWDS stellt ihn neben „Prost Mahlzeit!“.

Kann man „Servus“ zu Fremden sagen?

Besser nicht. „Servus“ ist ein vertraulicher Gruß unter Leuten, die sich duzen; gegenüber Fremden oder im Beruf grüßt man im Süden mit „Grüß Gott“.

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