Moin
Kurz gesagt
Norddeutscher Gruß, der zu jeder Tageszeit passt, morgens wie abends; ob er von „Morgen“ oder vom niederdeutschen „moi“, schön, kommt, ist umstritten.
- Auch gesagt
- Moin, Moin
Was bedeutet „Moin“?
„Moin!“ ist der Gruß des Nordens und heißt so viel wie „Hallo“ oder „Guten Tag“. Er passt zu jeder Tages- und Nachtzeit, also auch mittags im Laden oder abends in der Kneipe, was Zugezogene anfangs verwirrt. Nach dem Atlas zur deutschen Alltagssprache ist er im nördlichen Niedersachsen und in Schleswig-Holstein der übliche Gruß, der Duden nennt ihn ursprünglich norddeutsch und heute überregional. Inzwischen grüßen auch Firmen, Behörden und Werbeplakate mit „Moin“, und der Gruß ist bis in den Süden vorgedrungen.
Verdoppelt als „Moin, Moin“ hört man ihn besonders als Antwort; scherzhaft wird daraus auch „Moinsen“. Zum Abschied sagt man in der Regel nicht „Moin“, sondern „Tschüs“. Der Gruß ist knapp und unförmlich, gilt aber nicht als unhöflich: In Ostfriesland grüßt man auch den Bürgermeister oder die Ärztin so. Für viele Norddeutsche ist „Moin“ zudem ein Stück Heimat und ein Zeichen für die plattdeutsche Sprache, auch wenn sie selbst kein Platt sprechen.
Woher kommt „Moin“?
Woher „Moin“ stammt, ist nicht geklärt. Der Duden leitet es aus dem Niederdeutschen ab: ostfriesisch „mōi“, mittelniederdeutsch „moi(e)“, schön, angenehm, gut, verwandt mit niederländisch „mooi“. „Moin“ wäre dann ein verkürztes „moien Dag“, einen schönen Tag, so wie man „Frohes Neues“ sagt und das Jahr weglässt. Dieser Deutung folgt auch der Atlas zur deutschen Alltagssprache, der ausdrücklich bestreitet, dass das Wort von „Morgen“ kommt. Dafür spricht, dass der Gruß auch am Abend gilt.
Ganz sicher ist das nicht. Der älteste bekannte Beleg stammt aus Berlin: 1828 beschreibt das „Berliner Conversations-Blatt“ „Moin“ als Gruß unter Offizieren und erklärt es als „Morgen!“. Mehrere Sprachforscher des 19. Jahrhunderts deuteten es ebenso als verschliffenes „Guten Morgen“. Gegen die friesische Herleitung wird eingewandt, dass sie lautlich nicht glatt aufgeht und erst in den 1980er Jahren ausgearbeitet wurde. Um 1900 war „Moin“ in mehreren weit auseinanderliegenden Gebieten bekannt, von Schleswig und Hamburg bis Berlin, sodass es auch mehrfach unabhängig entstanden sein kann.
Beispiele aus dem Alltag
Um halb sechs abends betritt Aylin den Kiosk in Kiel. „Moin!“, sagt der Verkäufer, und sie grüßt genauso zurück.
Jonas hat in Leer seinen ersten Arbeitstag und wünscht um neun Uhr „Guten Morgen“. Die Kollegin lacht: „Moin reicht hier völlig, das geht den ganzen Tag.“
In der Gruppe des Hamburger Lauftreffs schreibt Herr Nowak am Sonntagmittag: „Moin, Moin! Wer läuft heute mit um die Alster?“
Häufige Fragen
Kommt „Moin“ von „Morgen“?
Das ist umstritten. Duden und der Atlas zur deutschen Alltagssprache leiten „Moin“ vom niederdeutschen „moi“, schön, ab; der älteste bekannte Beleg von 1828 aus Berlin erklärt den Gruß dagegen als „Morgen“. Sicher geklärt ist die Herkunft nicht.
Kann man „Moin“ auch abends sagen?
Ja. „Moin“ passt zu jeder Tageszeit, morgens wie abends. Gerade deshalb halten viele die Herleitung aus „Guten Morgen“ für unwahrscheinlich.
Was ist der Unterschied zwischen „Moin“ und „Moin, Moin“?
Beide Formen bedeuten dasselbe. „Moin, Moin“ ist besonders als Antwort auf ein „Moin“ üblich.
Wo sagt man „Moin“?
Traditionell im nördlichen Niedersachsen, in Ostfriesland, Hamburg und Schleswig-Holstein. Seit den 1970er Jahren breitet sich „Moin“ aus und ist heute in ganz Deutschland zu hören.
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