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Hast du Töne

Kurz gesagt

Ein salopper Ausruf der Verblüffung, der so viel heißt wie „Das gibt’s doch nicht“ oder „Da fehlen einem die Worte“.

Auf Englisch
Can you believe it?
Auch gesagt
Haste Töne?
Hat der Mensch Töne?

Was bedeutet „Hast du Töne“?

„Hast du Töne?“ fragt man, ohne eine Antwort zu erwarten: Der Ausruf drückt aus, dass man über etwas so staunt, dass einem kaum noch etwas dazu einfällt. Duden umschreibt ihn mit „Hat man dafür noch Worte?“. Gemeint sein kann freudiges Staunen über eine gute Nachricht ebenso wie Kopfschütteln über eine Dreistigkeit. Der Ton ist umgangssprachlich und gemütlich, oft mit einem Schuss Ironie, und der Ausruf richtet sich nicht an das Gegenüber, sondern an die Welt im Allgemeinen.

Gesprochen wird oft die zusammengezogene Form „Haste Töne?“, die das DWDS als landschaftlich verzeichnet und die nach Berlin klingt. Duden kennt außerdem „Hat der Mensch Töne?“. Heute wirkt der Ausruf etwas altmodisch, wird aber gern zitiert, auch weil Fernsehsendungen über Musik ihn als Titel und Wortspiel nutzen. Mit Musik hat die Wendung selbst nichts zu tun. Die „Töne“ stehen für Worte, ähnlich wie in „keinen Ton sagen“ oder „große Töne spucken“.

Woher kommt „Hast du Töne“?

Woher der Ausruf kommt, ist nicht belegt; eine frühe datierte Fundstelle nennen weder Duden noch DWDS. Duden führt ihn unter „Ton“ in der umgangssprachlichen Bedeutung „Wort, Äußerung“, zu der auch „große Töne spucken“ gehört. Das DWDS ordnet ihn der Bedeutung „Laut“ zu und erklärt ihn ebenfalls mit „ist es möglich, hat man dafür noch Worte?“.

Der Redensarten-Index deutet „Hast du Töne?“ als Berliner Abwandlung von „Hast du da noch Worte?“. Die „Töne“ treten dabei an die Stelle der Worte: Man fragt, ob das Erlebte überhaupt noch einen Laut zulässt. Gesichert ist diese Herleitung nicht, sie passt aber zu beiden Wörterbuchangaben und zur verbreiteten Form „Haste Töne?“.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Lena erzählt beim Abendessen, dass ihr Chef nach zwei Jahren endlich die Gehaltserhöhung genehmigt hat. Ihr Vater lehnt sich zurück: „Hast du Töne!“

  • „Der Nachbar parkt schon wieder in unserer Einfahrt.“ Oma Gerda schüttelt den Kopf: „Haste Töne?“

  • Im Chat der Abiturklasse taucht ein Video auf: Der stille Malte steht mit Gitarre auf einer Bühne. Sophie schreibt darunter: „Hast du Töne, seit wann kann der das?“

Häufige Fragen

Hat „Hast du Töne“ etwas mit Musik zu tun?

Nein. „Töne“ steht in dem Ausruf für Worte, gemeint ist: Hat man dafür überhaupt noch Worte? Die Musik kommt nur in Wortspielen ins Spiel, etwa in Sendungstiteln.

Ist „Haste Töne“ berlinisch?

Die verkürzte Form „Haste Töne?“ verzeichnet das DWDS als landschaftlich, der Redensarten-Index nennt den Ausruf eine Berliner Variante. Verstanden wird er im ganzen deutschen Sprachraum.

Wie sagt man „Hast du Töne“ auf Englisch?

Am nächsten kommt „Can you believe it?“. Eine feste englische Redewendung mit Tönen gibt es nicht.

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