Na, Mahlzeit
Kurz gesagt
Ein ironischer Ausruf, wenn sich Ärger, Mühe oder ein Schlamassel ankündigt, ungefähr „Das kann ja heiter werden!“.
- Auch gesagt
- Na dann prost Mahlzeit!
- Prost Mahlzeit!
Was bedeutet „Na, Mahlzeit“?
„Na, Mahlzeit!“ sagt, wer eine unerfreuliche Aussicht vor sich sieht und sie mit trockenem Spott kommentiert. Der Satz ist eine verkürzte Form von „Na dann prost Mahlzeit!“, und Duden umschreibt beide mit „Das ist ja eine schöne Bescherung!“ und „Das kann ja heiter werden!“. Man sagt ihn etwa, wenn am Freitagnachmittag noch eine Präsentation bestellt wird oder wenn das Navi zwei Stunden Stau ankündigt.
Die Ironie liegt im Widerspruch: Ein Wunsch, der eigentlich gutes Essen und Gemütlichkeit verheißt, wird zum Kommentar über eine verfahrene Lage. Der Ton ist resigniert, nicht wütend. Man fügt sich ins Unvermeidliche und behält dabei den Humor. Mit dem freundlichen Mittagsgruß unter Kollegen hat „Na, Mahlzeit“ nur das Wort gemeinsam; das vorangestellte „na“ und die gedehnte Betonung machen klar, dass hier kein Gruß gemeint ist.
Woher kommt „Na, Mahlzeit“?
Hinter dem Ausruf steht der alte Tischwunsch. Pfeifer datiert „gesegnete Mahlzeit!“ ins 18. Jahrhundert und erklärt ihn aus „Gott segne die Mahlzeit“; daneben gab es „prosit Mahlzeit!“ und kurz „Mahlzeit!“. Der freundliche Wunsch ließ sich leicht verdrehen. Das Grimmsche Wörterbuch hält im Artikel „Mahlzeit“ fest, dass er auch „freier und ironisch“ gebraucht wird, „im sinne von nichts da, ganz und gar nicht“, und gibt als Beispiel „ja, gesegnete mahlzeit!“.
„Na, Mahlzeit“ ist die knappste Fassung dieser Spottformel, verkürzt aus „Na dann prost Mahlzeit!“. Duden verzeichnet das bloße „Mahlzeit!“ in diesem Sinn neben der längeren Form. Seit wann die Kurzform mit „na“ gebräuchlich ist, lässt sich nicht sagen; eine frühe datierte Fundstelle ist nicht bekannt.
Beispiele aus dem Alltag
Der Vermieter kündigt an, dass das Treppenhaus sechs Wochen lang eingerüstet wird. Annika liest die Mail vor und seufzt: „Na, Mahlzeit.“
„Morgen schreiben wir Mathe, Latein und Bio“, sagt Finn. Seine Mutter zieht die Augenbrauen hoch: „Na, Mahlzeit!“
Auf der Baustelle meldet der Polier, dass der Beton erst Donnerstag kommt. „Na, Mahlzeit“, brummt der Bauleiter und greift zum Telefon.
Häufige Fragen
Ist „Na, Mahlzeit“ ein Gruß?
Nein. „Na, Mahlzeit“ ist ironisch gemeint und kommentiert eine unerfreuliche Lage. Der Mittagsgruß „Mahlzeit!“ unter Kollegen klingt ähnlich, wird aber ohne „na“ und freundlich gesagt.
Was ist der Unterschied zwischen „Na, Mahlzeit“ und „Prost Mahlzeit“?
Inhaltlich keiner. „Na, Mahlzeit“ ist die verkürzte Form von „Na dann prost Mahlzeit!“, beide bedeuten so viel wie „Das kann ja heiter werden“.
Welche Ausrufe bedeuten dasselbe wie „Na, Mahlzeit“?
„Da haben wir den Salat!“, „Das kann ja heiter werden!“ und „Das ist ja eine schöne Bescherung!“ drücken die gleiche resignierte Skepsis aus.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Der Ton macht …