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Pustekuchen

Kurz gesagt

Ein Ausruf der Enttäuschung oder Ablehnung: Es kommt anders als erhofft, oder etwas kommt gar nicht in Frage, ähnlich wie „Denkste!“.

Auf Englisch
Fat chance!
No such luck!
Auch gesagt
Ja, Pustekuchen!

Was bedeutet „Pustekuchen“?

„Pustekuchen!“ sagt man, wenn eine Erwartung platzt: „Ich dachte, heute wird’s ruhig, aber Pustekuchen!“. Duden umschreibt das mit „gerade das Gegenteil von dem, was man sich vorgestellt oder gewünscht hat, ist eingetreten“. Oft steht ein „ja“ davor: „Ja, Pustekuchen!“. Der Ausruf ist umgangssprachlich und trägt einen Hauch Selbstironie, wenn man über die eigenen enttäuschten Hoffnungen spricht.

Die zweite Gebrauchsweise ist eine Ablehnung. „Pustekuchen, ich lass mich doch nicht herumkommandieren!“ heißt so viel wie „Denkste!“ oder „Von wegen!“. Das DWDS fasst beides zusammen: Der Ausruf drückt eine Ablehnung aus, im Sinn von „Das hast du dir so gedacht!“ oder „Da hast du dich geirrt!“. Mit einem Kuchen, den man auspustet, hat das Wort nur scheinbar zu tun. Das komische Bild trägt aber dazu bei, dass der Ausruf freundlich klingt, auch wenn er eine klare Absage enthält.

Woher kommt „Pustekuchen“?

Die Geschichte des Wortes ist verwickelter, als der Kuchen vermuten lässt. Pfeifer führt „Pustekuchen“ auf ein älteres „ja Kuchen!“ zurück, das im 19. Jahrhundert dasselbe bedeutete. Dieses sei eine Kürzung aus der Gaunersprache: „ja Kuchen, nich London“ ist 1818 für Berlin belegt und geht auf eine jiddische Wendung zurück, „ja chochom, aber nicht lamdon“, sinngemäß „zwar gerissen, aber nicht gelehrt“. Aus „chochom“ wurde im Berliner Mund „Kuchen“, aus „lamdon“ „London“. Als weitere Quelle nennt Pfeifer jiddisch „poschut chochom“, „wenig schlau“.

Das „Puste“ kam später hinzu, nach Pfeifer als lautspielerische Umgestaltung in Anlehnung an „pusten“ im Sinn von „jemandem etwas verweigern“. Auch Duden denkt an die Wendung „jemandem etwas pusten“, vergleichbar mit „Ich werde dir was husten“. Die Form „Pustekuchen“ ordnet Pfeifer dem Berlin des 20. Jahrhunderts zu. Die gern erzählte Geschichte, Goethe habe mit dem Wort seinen Gegner Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen verspottet, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • „Ich dachte, der Freitag gehört mir“, erzählt Mara. „Aber Pustekuchen, um acht hat die Chefin angerufen.“

  • Jakob fragt, ob die Party bis drei Uhr nachts gehen darf. Sein Vater lacht: „Pustekuchen! Um Mitternacht ist Schluss.“

  • Im Fanforum schreibt einer: „Alle haben mit dem Aufstieg gerechnet, und dann? Pustekuchen, Unentschieden gegen den Letzten.“

Häufige Fragen

Hat „Pustekuchen“ etwas mit Kuchen zu tun?

Nur dem Klang nach. Der „Kuchen“ ist nach Pfeifer eine Berliner Verballhornung des jiddischen „chochom“ (schlau), das „Puste“ kam später als Wortspiel hinzu.

Hat Goethe das Wort „Pustekuchen“ erfunden?

Nein. Die Geschichte, Goethe habe damit seinen Gegner Pustkuchen verspottet, ist nicht belegt. Pfeifers etymologisches Wörterbuch führt das Wort auf das Berlinische des 19. und 20. Jahrhunderts zurück.

Wie sagt man „Pustekuchen“ auf Englisch?

Für eine Ablehnung passt „Fat chance!“, für eine enttäuschte Hoffnung „No such luck!“.

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