Herrjemine
Kurz gesagt
Ein altmodischer Ausruf des Erschreckens oder Staunens, entstanden aus „Herr Jesus“, heute meist gespielt oder scherzhaft gebraucht.
- Auf Englisch
- Good heavens!
- Jeepers!
- Auch gesagt
- Herrje
- Ach herrje
- Ojemine
- Oje
Was bedeutet „Herrjemine“?
„Herrjemine!“ ruft, wer erschrickt, sich wundert oder über ein kleines Unglück jammert. Die Dose fällt herunter, der Kuchen ist verbrannt, der Bus ist weg. Duden stuft schon die Kurzform „herrje“ als veraltend und nur noch scherzhaft ein und nennt sie einen „gespielten“ Ausruf des Erstaunens oder Entsetzens. Für die längere Form gilt das erst recht: Wer sie heute verwendet, tut es meist mit einem Augenzwinkern und spielt die Rolle der aufgeregten Tante aus dem Kinderbuch.
Echtes Entsetzen transportiert der Ausruf kaum noch, dafür klingt er zu verspielt. Er ist harmlos und lässt sich in jeder Gesellschaft sagen, obwohl in ihm der Name Jesu steckt. Diese Herkunft hört kaum jemand mehr heraus. Verwandt sind „oje“, „ojemine“ und „ach herrje“, die auf dieselbe Anrufung zurückgehen. In älteren Texten findet man auch die getrennte Schreibung „Herr Jemine“ und Formen wie „jemini“.
Woher kommt „Herrjemine“?
Der Ausruf ist eine Verhüllung des Namens Jesu. Das DWDS leitet „jemine“ aus dem kirchenlateinischen „O Jesu domine!“ ab, „O Herr Jesus!“, und datiert die literarischen Belege seit dem 17. Jahrhundert. Duden erklärt „herrje“ als zusammengezogen aus „Herr Jesu (Domine)“. Wer so rief, vermied es, den heiligen Namen geradeheraus im Mund zu führen.
Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm zitiert unter „jemine“ eine Ausgabe des „Simplicissimus“ von 1713, die sich darüber mokiert: Man sage „ach jemini“ und meine doch den „hochheiligen namen Jesu“. Bei Gottlieb Wilhelm Rabener heißt es „herr jemine! das fehlte uns noch“, in Schillers „Räubern“ „jemini, jemini!“. Aus derselben Wurzel stammt das kurze „oje“, das Pfeifer ins 18. Jahrhundert setzt.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Umzug rutscht Paul der Karton mit dem Geschirr aus den Händen. Seine Tante schlägt die Hände zusammen: „Herrjemine, das gute Service!“
„Herrjemine, schon halb acht“, ruft Frau Öztürk mit Blick auf die Küchenuhr und schiebt die Kinder Richtung Haustür.
In der Theater-AG soll Lilly eine schusselige Haushälterin spielen. Der Lehrer rät: „Sag öfter ‚Herrjemine‘, dann sitzt die Rolle.“
Häufige Fragen
Was heißt „Herrjemine“ wörtlich?
„Herrjemine“ ist aus „Herr Jesu domine“ zusammengezogen, also etwa „Herr Jesus, Herr“. Der Ausruf ruft Jesus an, ohne seinen Namen deutlich auszusprechen.
Schreibt man „Herrjemine“ zusammen?
Ja, Duden führt „herrjemine“ zusammengeschrieben, als Ausruf am Satzanfang groß. Ältere Texte trennen auch „Herr Jemine“.
Ist „Herrjemine“ eine Gotteslästerung?
Nein. Gerade um den Namen Jesu nicht leichtfertig auszusprechen, wurde er im Ausruf verkürzt und verfremdet. Heute empfindet niemand „Herrjemine“ als anstößig.
Kurzer Test
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Der Ton macht …