Helau
Kurz gesagt
Narrenruf in Fastnacht und Karneval, etwa in Mainz, Düsseldorf und vielen anderen Hochburgen außerhalb des Kölner Raums; so viel wie „Hoch!“ oder „Hurra!“.
- Auch gesagt
- Hellau
Was bedeutet „Helau“?
„Helau!“ ist der Ruf der Narren in Fastnacht und Karneval und bedeutet so viel wie „Hoch!“ oder „Hurra!“. Man ruft ihn zur Begrüßung, als Beifall nach einer Büttenrede und als Antwort, wenn der Sitzungspräsident den Namen einer Stadt oder eines Vereins vorgibt: „Mainz!“ „Helau!“ Feierlich wird ein „dreifach donnerndes Helau“ ausgebracht. Zu hören ist der Ruf in Mainz und Düsseldorf, am Niederrhein und im Ruhrgebiet, in Hessen, Franken und Thüringen, kurz fast überall, wo Fasching gefeiert wird.
Nur im Kölner Raum ruft man ihn besser nicht. Zwischen Aachen, Bonn, Leverkusen und dem Bergischen Land heißt es „Alaaf“, und die Grenze zwischen beiden Rufen hat sich seit Jahrzehnten kaum verschoben. Deshalb ruft Düsseldorf „Helau“ und das nahe Köln „Alaaf“, was bei jeder Session für Spott auf beiden Seiten sorgt. Die Schreibung mit Doppel-l, „Hellau“, kommt vor, gilt aber als selten.
Woher kommt „Helau“?
Woher „Helau“ kommt, ist nicht geklärt; das LVR-Institut für Landeskunde nennt die Forschungslage „sehr dürftig“. Der älteste bekannte Beleg stammt aus Tirol: Ein Bericht von 1912 erwähnt eine handschriftliche Notiz von 1603 aus dem Innsbrucker Landesarchiv, „Hellau und a luckh drau“, sinngemäß „und einen Deckel drauf“. Ob der Ruf damals schon zur Fastnacht gehörte, ist offen. 1833 taucht er in Düsseldorf auf, wo bei einem Maskenspiel die „Verlobung des Hanswursten unter Helau und Habuh“ gefeiert wurde.
Erklärungen gibt es viele, bewiesen ist keine: eine Verballhornung des kirchlichen „Halleluja“, das in der Vorfastenzeit verstummt, eine Spielform von „hallo“, ein alter Hirtenruf vom Niederrhein oder „hell auf“. Herleitungen aus der germanischen Mythologie lehnt die volkskundliche Forschung ab. Nach Mainz kam der Ruf erst in den 1930er Jahren. Nach Darstellung der Mainzer Fastnacht eG lernten die Mainzer ihn 1935 bei einem Besuch in Düsseldorf kennen, vorher rief man dort „Hoch“, „Bravo“ oder „Vivat“.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Rosenmontagszug in Mainz ruft Oma Gerda jedem Motivwagen ein lautes „Helau!“ entgegen, und die Kinder sammeln die Kamelle ein.
Der Sitzungspräsident hebt die Hand: „Auf unser Tanzmariechen ein dreifach donnerndes …“ Der ganze Saal antwortet: „Helau! Helau! Helau!“
Leonie zieht von Düsseldorf nach Köln und schreibt in die Gruppe: „Muss ich jetzt wirklich Alaaf rufen? Mir rutscht bestimmt noch ein Helau raus.“
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „Helau“ und „Alaaf“?
Beide sind Narrenrufe und bedeuten so viel wie „Hoch!“. „Alaaf“ ruft man in Köln, Bonn, Aachen und dem umliegenden Rheinland, „Helau“ fast überall sonst, etwa in Düsseldorf, Mainz und im Ruhrgebiet.
Woher kommt „Helau“?
Die Herkunft von „Helau“ ist ungeklärt. Diskutiert werden eine Verballhornung von „Halleluja“, eine Form von „hallo“ und ein alter Hirtenruf; der älteste bekannte Beleg stammt aus Tirol und ist auf 1603 datiert.
Seit wann ruft man in Mainz „Helau“?
Erst seit den 1930er Jahren. Die Mainzer übernahmen „Helau“ nach Darstellung der Mainzer Fastnacht eG 1935 aus Düsseldorf, vorher rief man dort „Hoch“, „Bravo“ oder „Vivat“.
Schreibt man „Helau“ oder „Hellau“?
Üblich ist „Helau“ mit einem l. Die Schreibung „Hellau“ kommt vor, das DWDS führt sie aber als selten.
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