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Gut Holz

Kurz gesagt

Gruß und Glückwunsch der Kegler: Man wünscht einander einen guten Wurf, bei dem möglichst viele Kegel fallen.

Was bedeutet „Gut Holz“?

„Gut Holz!“ ist der Gruß der Kegler und bedeutet: Viel Erfolg, möglichst viele Kegel sollen fallen. Man ruft ihn sich zu Beginn eines Kegelabends zu, wünscht ihn dem Mitspieler, der gerade die Kugel aufnimmt, und hört ihn bei Vereinsabenden, Meisterschaften und Jubiläen von Kegelclubs. Wie andere Standesgrüße, etwa „Petri Heil“ der Angler oder „Glück auf“ der Bergleute, stiftet er Zusammenhalt: Wer „Gut Holz“ sagt, gibt sich als Kegler zu erkennen und grüßt die anderen als seinesgleichen.

„Holz“ steht hier für die Kegel selbst. Im Kegelsport wird bis heute in „Holz“ gezählt: Wer acht Kegel umwirft, hat acht Holz geworfen, und der Duden nennt als Beispiel „er siegte mit 643 Holz“. Wer „Gut Holz“ wünscht, wünscht also eine gute Ausbeute an gefallenen Kegeln. Außerhalb der Kegelbahn klingt der Gruß gemütlich, nach Vereinsheim und Stammtisch. Gelegentlich wird er scherzhaft auf andere Vorhaben übertragen, bei denen es auf einen guten Wurf ankommt, etwa auf eine Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch.

Woher kommt „Gut Holz“?

Der Gruß beruht auf einer alten Bedeutung von „Holz“. Grimms Deutsches Wörterbuch verzeichnet „holz“ als Bezeichnung für „die kegel beim kegelspiel“, denn die Kegel waren aus Holz. Es belegt diesen Gebrauch unter anderem mit Jean Pauls Roman „Flegeljahre“ (1804), in dem die Spieler aufschreiben, „wie viel holz jeder gemacht“, mit Friedrich von Hagedorn („man wirft, und trifft doch holz“) und mit einem Vers Goethes: „schieb ich holz, da wird gejubelt! dreie! fünfe! sechse! neune!“

Seit wann sich Kegler mit „Gut Holz“ grüßen, ist nicht belegt. In Grimms Artikel kommt der Gruß selbst nicht vor. In Wörterbüchern erscheint er im 20. Jahrhundert, etwa im „Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache“, dessen Band von 1969 „Gut Holz!“ als „Gruß der Kegler“ erklärt. Das Muster, einen Wunsch in zwei Wörter zu fassen, teilt er mit Grüßen anderer Gruppen wie „Glück auf“ oder „Petri Heil“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Donnerstagabend im Vereinsheim: Die ‚Fidelen Kegelbrüder‘ treffen sich zum Training. Klaus nimmt die erste Kugel auf, und alle rufen: „Gut Holz!“

  • Bei der Kreismeisterschaft schüttelt die Jugendwartin jedem Starter die Hand: „Gut Holz und viel Spaß!“

  • Leonie hat am Freitag ihr erstes Vorstellungsgespräch. Ihr Opa, seit fünfzig Jahren im Kegelclub, schickt ihr eine Sprachnachricht: „Gut Holz, Mädchen!“

Häufige Fragen

Warum sagt man beim Kegeln „Gut Holz“?

Mit „Holz“ sind die Kegel gemeint, die früher aus Holz waren. Beim Kegeln zählt man die umgeworfenen Kegel bis heute in „Holz“. „Gut Holz“ wünscht also einen Wurf, bei dem möglichst viele Kegel fallen.

Seit wann gibt es den Gruß „Gut Holz“?

Das ist nicht genau belegt. „Holz“ für die Kegel kennt Grimms Wörterbuch schon aus Texten um 1800, den Gruß „Gut Holz“ nennt es dort nicht. Gegenwartswörterbücher führen ihn seit dem 20. Jahrhundert.

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