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Hiobsbotschaft

Kurz gesagt

Eine Unglücksnachricht, die schwer trifft, besonders eine von mehreren schlechten Nachrichten, die kurz nacheinander eintreffen.

Auch gesagt
Hiobspost

Was bedeutet „Hiobsbotschaft“?

Eine „Hiobsbotschaft“ ist eine Unglücksnachricht oder Schreckensmeldung, so umschreiben es Duden und DWDS. Gemeint ist eine Nachricht, die einen hart trifft: die Schließung des Werks, eine schlimme Diagnose, der Ausfall des besten Spielers vor dem Finale. Das Wort ist in der Presse sehr verbreitet und steht dort oft im Plural, wenn sich schlechte Nachrichten häufen. Typische Verbindungen sind „eine Hiobsbotschaft überbringen“, „der Überbringer der Hiobsbotschaft“ und „Hiobsbotschaften prasseln herein“. Der Ton ist hochsprachlich, aber nicht gestelzt.

Im Alltag wird das Wort auch für Kleinigkeiten gebraucht, dann klingt es scherzhaft übertrieben: Die Kantine hat geschlossen, der Lieblingsbäcker hört auf. Wer genau sein will, spricht von einer Hiobsbotschaft nur, wenn etwas wirklich Schlimmes gemeldet wird, am besten eine Nachricht, die auf andere schlechte folgt, wie im biblischen Vorbild. Mit Hiobs berühmter Geduld hat das Wort dagegen nichts zu tun. Es geht um die Nachricht, nicht um die Haltung, mit der man sie erträgt.

Woher kommt „Hiobsbotschaft“?

Das Wort geht auf das erste Kapitel des Buches Hiob zurück. An einem einzigen Tag treffen bei dem frommen und reichen Hiob vier Boten ein, einer nach dem anderen, „als der noch redete“: Männer aus Saba haben die Rinder und Esel weggetrieben, Feuer hat die Schafe verbrannt, die Chaldäer haben die Kamele geraubt, ein Sturm hat das Haus über seinen Kindern zum Einsturz gebracht. Jeder Bericht endet mit demselben Satz: „und ich allein bin entronnen, dass ich dir’s ansagte“ (Hiob 1,15–19, Lutherbibel 2017).

Die ältere Form ist „Hiobspost“, mit „Post“ im alten Sinn von Nachricht. Nach dem etymologischen Wörterbuch von Pfeifer ist sie seit dem 18. Jahrhundert belegt. Goethe spielt 1773 im „Götz von Berlichingen“ auf die Bibelstelle an: Liebetraut meldet die Gefangennahme Weislingens mit „Einer ist entronnen, Euch’s anzusagen“, und der Abt antwortet: „Eine Hiobspost.“ Pfeifer zufolge hat Goethes Gebrauch das Wort verbreitet. Das Grimmsche Wörterbuch erklärt „hiobspost“ als „böse nachricht“ und verweist auf Hiob 1,14–19. Heute ist „Hiobsbotschaft“ die übliche Form.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am Montagmorgen kommt die Hiobsbotschaft per Rundmail: Das Werk in Kassel wird geschlossen. Katrin liest sie dreimal, bevor sie ihren Mann anruft.

  • Zwei Tage vor dem Pokalfinale die nächste Hiobsbotschaft: Auch der Kapitän fällt mit einem Muskelfaserriss aus. „Langsam wird es eng“, sagt der Trainer.

  • „Ich will nicht schon wieder die Überbringerin der Hiobsbotschaft sein“, schreibt Leonie in den WG-Chat, „aber die Heizung ist wieder kaputt.“

Häufige Fragen

Woher kommt das Wort „Hiobsbotschaft“?

„Hiobsbotschaft“ geht auf Hiob 1,13–19 zurück. Dort bringen vier Boten dem frommen Hiob an einem Tag die Nachricht, dass er seine Herden, seine Knechte und seine Kinder verloren hat.

Was ist eine Hiobspost?

„Hiobspost“ ist die ältere Form von „Hiobsbotschaft“, mit „Post“ im alten Sinn von Nachricht. Verbreitet hat sie vor allem Goethes „Götz von Berlichingen“ (1773), in dem der Abt eine Unglücksmeldung mit „Eine Hiobspost“ kommentiert.

Wer war Hiob?

Hiob ist die Hauptfigur des gleichnamigen Buches im Alten Testament, ein frommer Mann, der Besitz, Kinder und Gesundheit verliert und trotzdem an Gott festhält. Nach den Boten, die ihm sein Unglück melden, ist die Hiobsbotschaft benannt.

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