Wer Pech angreift, besudelt sich
Kurz gesagt
Wer sich mit zwielichtigen Leuten oder unsauberen Geschäften einlässt, bleibt selbst nicht sauber und schadet seinem guten Ruf.
- Ursprung
- Aus der Bibel
- Auf Englisch
- He that toucheth pitch shall be defiled
- Auch gesagt
- Wer Pech angreift, der besudelt sich
Was bedeutet „Wer Pech angreift, besudelt sich“?
„Wer Pech angreift, besudelt sich“ heißt: Wer sich auf Schmutziges einlässt, bleibt selbst nicht sauber. Gemeint ist der Umgang mit zweifelhaften Menschen ebenso wie das Mitmachen bei unsauberen Geschäften. Das DWDS umschreibt es so: Wer sich mit Unlauterem befasst, verliert seinen guten Ruf. Man sagt es als Warnung, etwa zu einer Freundin, die für einen Bekannten ein Konto eröffnen soll, oder rückblickend über einen Bürgermeister, der die Nähe zu einem Skandalunternehmer nicht mehr loswird.
Das Sprichwort klingt altertümlich und ein wenig biblisch, und zwei seiner Wörter führen heute leicht in die Irre. „Pech“ ist hier der zähe, schwarze Teer, der an den Fingern kleben bleibt, nicht das Missgeschick aus „Pech haben“. „Angreifen“ hat seine alte Bedeutung „anfassen“, die in Österreich und manchen Landschaften noch lebt. Der Satz zielt eher auf den Ruf als auf die Schuld: Auch wer nur danebenstand oder gut zuredete, wird später mit der Sache in Verbindung gebracht.
Woher kommt „Wer Pech angreift, besudelt sich“?
Das Sprichwort steht wörtlich im Buch Jesus Sirach, das in der Lutherbibel unter den Apokryphen steht: „Wer Pech angreift, besudelt sich; und wer sich zum Hoffärtigen gesellt, wird ihm ähnlich“ (Sirach 13,1, Lutherbibel 2017). „Hoffärtig“ heißt hochmütig. Der Abschnitt handelt vom Umgang mit Reichen und Mächtigen, und der nächste Vers warnt, der irdene Topf zerbreche, wenn er mit dem Kessel zusammenstoße. Wer sich an Stärkere und Hochmütige hängt, nimmt also ihre Art an oder geht dabei zugrunde.
Das Bild verstand jeder, der mit Pech zu tun hatte: eingekochtes Harz oder Holzteer, mit dem man Fässer und Boote abdichtete und das sich von den Händen kaum wieder lösen ließ. Wander verzeichnet „Wer Pech angreifft, der besudelt sich“ mit dem Verweis auf Sirach und einer langen Reihe von Sammlungen, von Lehmann (1630) bis Simrock (1846). Büchmann nimmt den Satz unter die geflügelten Worte aus der Bibel auf.
Beispiele aus dem Alltag
Lena soll für einen Bekannten ein Konto eröffnen, „nur für ein paar Überweisungen“. Ihre Schwester schüttelt den Kopf: „Wer Pech angreift, besudelt sich. Lass die Finger davon.“
Der Bürgermeister ließ sich jahrelang vom Bauunternehmer zum Golfen einladen. Seit dem Bestechungsprozess heißt es im Ort nur noch: „Wer Pech angreift, besudelt sich.“
Murat überlegt, bei der Firma seines Schulfreunds einzusteigen, der Kunden mit Abofallen ködert. Sein Vater warnt: „Wer Pech angreift, besudelt sich. Das klebt dir ewig an.“
Lustige Abwandlungen
Wer Pech angreift, besudelt sich; wer aus der Bulle trinkt, bedudelt sich.
Scherzhafte Erweiterung, von Wander verzeichnet. „Bulle“ steht dort für Flasche, „sich bedudeln“ heißt sich betrinken.
Häufige Fragen
Ist „Wer Pech angreift, besudelt sich“ ein Bibelzitat?
Ja. Der Satz steht im Buch Jesus Sirach, Kapitel 13, Vers 1. Die Lutherbibel 2017 hat genau den Wortlaut des Sprichworts und fährt fort: „und wer sich zum Hoffärtigen gesellt, wird ihm ähnlich.“
Was bedeutet „angreifen“ in „Wer Pech angreift, besudelt sich“?
„Angreifen“ heißt hier anfassen oder berühren. Der Duden verzeichnet diese ältere Bedeutung als österreichisch und landschaftlich, mit einem Angriff hat das Sprichwort nichts zu tun.
Hat „Pech“ in diesem Sprichwort etwas mit Unglück zu tun?
Nein. In „Wer Pech angreift, besudelt sich“ ist Pech der klebrige, schwarze Teer. Die Bedeutung „Missgeschick“ kam laut DWDS erst im 18. Jahrhundert auf, vor allem über die Studentensprache.
Wie sagt man „Wer Pech angreift, besudelt sich“ auf Englisch?
Nach der King-James-Bibel heißt es „He that toucheth pitch shall be defiled therewith“. „Pitch“ ist das englische Wort für Pech.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
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