Sich einen Ast lachen
Kurz gesagt
Sehr heftig lachen, sich vor Lachen krümmen; ironisch auch: etwas lächerlich finden.
- Auf Englisch
- to laugh one’s head off
- to be in stitches
- to split one’s sides laughing
Was bedeutet „Sich einen Ast lachen“?
Wer sich einen Ast lacht, lacht so heftig, dass er sich krümmt und kaum noch Luft bekommt. Die Wendung ist umgangssprachlich und gut gelaunt. Man benutzt sie für Situationen, die wirklich komisch sind: den Auftritt eines Kabarettisten, ein misslungenes Familienfoto, den Versprecher des Chefs in der Weihnachtsansprache. Oft steht sie in der Vergangenheit („Wir haben uns einen Ast gelacht“) oder als Ankündigung („Da lachst du dir einen Ast“). Sie ist harmlos und passt in fast jede lockere Unterhaltung, auch mit Kindern.
Häufig dient sie aber dem Spott. „Da lach ich mir ja einen Ast!“ sagt, wer eine Ausrede, ein Versprechen oder einen Plan für lächerlich hält. Dann ist von echter Heiterkeit wenig übrig, gemeint ist: Das glaubst du doch selbst nicht. Verwandte Bilder sind „sich krumm lachen“, „sich kringelig lachen“, „sich scheckig lachen“ oder „sich schief lachen“, mit dem das DWDS die Wendung erklärt. Mit einem Baumast hat sie nichts zu tun, auch wenn man beim Wort „Ast“ heute zuerst an Bäume denkt.
Woher kommt „Sich einen Ast lachen“?
„Ast“ bedeutet hier nicht den Teil eines Baumes, sondern einen Buckel. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Pfeifer wird „Ast“ seit etwa 1800 auch in der Bedeutung ‚Buckel‘ gebraucht, anknüpfend an die Bedeutung ‚Knorren, Auswuchs im Holz‘. Daher stammt die Wendung „sich einen Ast lachen“, die Pfeifer auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert: Man lacht sich so krumm, dass man einen Buckel macht. Vergleichbar ist „sich bucklig lachen“.
Wander verzeichnet die Wendung 1867 in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ gleich mit der Erklärung in Klammern: „Sich einen Ast (Buckel) lachen“. Das Niederländische hat mit „zich een bult lachen“, wörtlich „sich einen Buckel lachen“, ein genaues Gegenstück. Zur selben Bedeutung gehört das umgangssprachliche Verb „asten“, also etwas Schweres auf dem Rücken tragen, das Pfeifer ins späte 19. Jahrhundert datiert.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Familienessen erzählt Opa, wie er 1975 mit dem Moped in den Dorfteich gefahren ist. Die Enkel lachen sich einen Ast.
„Hast du das Video vom Elfmeter gesehen? Der Torwart rutscht aus, und der Ball rollt trotzdem vorbei!“, schreibt Finn. Lea antwortet: „Ich hab mir einen Ast gelacht.“
Jens verkündet in der Kaffeeküche, er werde ab Montag jeden Tag vierzig Kilometer mit dem Rad ins Büro fahren. Seine Kollegin grinst: „Da lach ich mir ja einen Ast.“
Häufige Fragen
Was hat der Ast mit Lachen zu tun?
„Ast“ bedeutet in dieser Wendung ‚Buckel‘. Wer sich einen Ast lacht, krümmt sich vor Lachen so sehr, dass er einen Buckel macht. Mit einem Baumast hat das nichts zu tun.
Ist „Da lach ich mir einen Ast“ ironisch gemeint?
Oft ja. „Da lach ich mir ja einen Ast“ drückt häufig Spott aus und heißt dann: Das ist lächerlich, das glaube ich nicht. Ohne diesen Satzrahmen beschreibt die Wendung meist echtes, herzhaftes Lachen.
Wie sagt man „sich einen Ast lachen“ auf Englisch?
Gängige Entsprechungen sind „to laugh one’s head off“, „to be in stitches“ oder „to split one’s sides laughing“.
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