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Sich aus dem Staub machen

Kurz gesagt

Sich schnell und meist heimlich davonmachen, oft um Ärger, Arbeit oder Verantwortung zu entgehen.

Auf Englisch
To make oneself scarce
To do a runner
Auch gesagt
Sich aus dem Staube machen

Was bedeutet „Sich aus dem Staub machen“?

„Sich aus dem Staub machen“ heißt: einen Ort rasch und meist unbemerkt verlassen, vor allem dann, wenn Ärger, Arbeit oder Verantwortung drohen. Typisch ist der Mitbewohner, der nach der Party verschwindet, bevor aufgeräumt wird, der Geschäftspartner, der sich mit der Kasse aus dem Staub macht, oder der Autofahrer, der nach einem Blechschaden davonfährt. Auch in Polizeiberichten ist die Wendung häufig.

Der Ton ist umgangssprachlich und meist vorwurfsvoll: Wer sich aus dem Staub macht, drückt sich. Manchmal klingt sie auch augenzwinkernd, etwa wenn sich jemand aus einer langweiligen Feier stiehlt. Anders als bloßes Weggehen enthält sie immer etwas Fluchtartiges und Heimliches. Verwandt sind „die Kurve kratzen“ und „Fersengeld geben“, die stärker die Eile betonen. Neben „aus dem Staub“ steht die ältere Form „aus dem Staube“, die heute gehoben oder altmodisch wirkt. Mit Hausstaub oder Staubwischen hat die Wendung nichts zu tun. Gemeint ist der Staub, den ein Kampf aufwirbelt.

Woher kommt „Sich aus dem Staub machen“?

Duden und Grimmsches Wörterbuch führen die Wendung auf das Schlachtfeld zurück. Wo Reiter und Fußvolk aufeinandertrafen, wirbelten sie dichten Staub auf, der das Getümmel verhüllte. Wer sich im Schutz dieser Wolke davonmachte, floh, ohne gesehen zu werden. Das Grimmsche Wörterbuch erklärt die Wendung 1919 als „eigentlich den kampfplatz fliehend verlassen, sich heimlich von dannen stehlen“ und vermutet, „Staub“ habe hier fast für den Kampf selbst gestanden.

Im 16. Jahrhundert ist die Wendung schon häufig. Im „Buch der Liebe“, einer Erzählsammlung jener Zeit, berichtet jemand von einer Rauferei: „der schlug, der stach, der warff, ich aber machet mich ausz dem staube, satzte mich von ferren hinder einen stein, sahe ihnen zu“. Im Volksbuch vom Doktor Faust von 1587 gibt ein Rosstäuscher „die flucht, und machte sich auss dem staub“. Bald löste sich das Bild vom Kampf. Bei Lessing, Lichtenberg und Gottfried Keller verschwindet man ebenso „aus dem Staube“ wie in Grimms Märchen vom „Bürle“, der sich mit dreihundert Talern davonmacht. Die Beziehung zum Schlachtgetümmel sei „vollständig abgegriffen“, stellt das Wörterbuch fest.

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach der WG-Party stehen überall leere Flaschen. Als es ans Aufräumen geht, hat sich Lukas längst aus dem Staub gemacht.

  • Laut Polizeibericht rammte der Fahrer beim Ausparken einen Motorroller und machte sich anschließend aus dem Staub. Eine Zeugin notierte das Kennzeichen.

  • Kaum fragt die Klassenlehrerin, wer beim Schulfest den Kuchenstand übernimmt, machen sich die meisten Eltern aus dem Staub. Nur Herr Nowak hebt die Hand.

Häufige Fragen

Woher kommt „sich aus dem Staub machen“?

Nach Duden und Grimmschem Wörterbuch stammt die Wendung vom Schlachtfeld. Im aufgewirbelten Staub eines Kampfes konnte man sich unbemerkt davonmachen. Belegt ist „sich aus dem Staub machen“ schon im 16. Jahrhundert, etwa im Volksbuch vom Doktor Faust von 1587.

Heißt es „aus dem Staub“ oder „aus dem Staube“?

Beides ist richtig. „Sich aus dem Staube machen“ ist die ältere Form mit der Dativendung -e, die der Duden noch in Klammern angibt. Im heutigen Alltag sagt man meist „sich aus dem Staub machen“.

Wie sagt man „sich aus dem Staub machen“ auf Englisch?

Gängig ist „to make oneself scarce“, sich rarmachen. Im britischen Englisch sagt man umgangssprachlich auch „to do a runner“, vor allem wenn jemand ohne zu zahlen verschwindet.

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