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Sich etwas hinter die Ohren schreiben

Kurz gesagt

Sich eine Lehre, Warnung oder Ermahnung gut merken, damit man denselben Fehler nicht noch einmal macht.

Auf Englisch
Let that be a lesson to you
Auch gesagt
Sich etwas hinter die Löffel schreiben

Was bedeutet „Sich etwas hinter die Ohren schreiben“?

Wer sich etwas hinter die Ohren schreibt, prägt es sich so ein, dass er es nicht wieder vergisst. Meist steht die Wendung in der Aufforderung: „Das schreibst du dir hinter die Ohren!“ So sprechen Eltern nach einem gefährlichen Leichtsinn, Vorgesetzte nach einem teuren Fehler oder Trainerinnen nach einem verlorenen Spiel. Der Ton ist mahnend bis streng, manchmal auch väterlich-freundlich. Über sich selbst gesagt, heißt „Das schreib ich mir hinter die Ohren“ so viel wie: Daraus habe ich gelernt.

Gemeint ist keine bloße Notiz, sondern eine Lehre, die sitzt. Für neutrale Informationen wie eine Telefonnummer oder einen Termin passt die Wendung schlecht, dafür sagt man „sich etwas merken“ oder „sich etwas aufschreiben“. Weil sie nach Standpauke klingt, wirkt sie gegenüber Erwachsenen schnell herablassend; unter Kollegen benutzt man sie deshalb eher scherzhaft. Salopper ist die Form mit „Löffel“, dem Jägerwort für Hasenohren.

Woher kommt „Sich etwas hinter die Ohren schreiben“?

Die gängige Erklärung führt auf einen alten Rechtsbrauch zurück. Wenn ein Grundstück übergeben oder eine Grenze festgelegt wurde, nahm man Kinder als Zeugen mit, weil sie die Beteiligten überleben und noch Jahrzehnte später Auskunft geben konnten. Damit sie sich den Vorgang einprägten, bekamen sie Ohrfeigen oder wurden an den Ohren gezogen.

Schon das frühmittelalterliche Volksrecht der ribuarischen Franken (Lex Ribuaria) bestimmt, dass der Käufer eines Landguts jedem der mitgebrachten Knaben Ohrfeigen gibt und die Ohren umdreht, „ut ei in postmodum testimonium praebeant“, damit sie ihm später Zeugnis geben. Jacob Grimm führt die Stelle in seinen „Deutschen Rechtsalterthümern“ an. Ähnliche Bräuche bei Grenzbegehungen sollen sich in Bayern und Schwaben bis ins 18. und 19. Jahrhundert gehalten haben. Das Duden-Herkunftswörterbuch erklärt die Redensart entsprechend: Den Jungen wurde die Lage der Grenzsteine gewissermaßen hinter die Ohren geschrieben.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Lukas ist ohne Helm mit dem E-Scooter gestürzt und hat zum Glück nur Schrammen. Seine Mutter sagt leise: „Das schreibst du dir hinter die Ohren. Ab morgen mit Helm.“

  • Nach dem 0:4 bleibt die Trainerin vor der Mannschaft stehen: „Wer hinten quer spielt, wird bestraft. Schreibt euch das hinter die Ohren.“

  • Ole hat beim Umzug vergessen, den alten Stromvertrag zu kündigen, und zahlt nun doppelt. „Das schreib ich mir hinter die Ohren“, sagt er zu seiner Mitbewohnerin.

Häufige Fragen

Was hat die Ohrfeige mit der Redewendung zu tun?

Nach der gängigen Erklärung bekamen Kinder, die bei Grundstücksgeschäften oder Grenzfestlegungen als Zeugen dabei waren, Ohrfeigen, damit sie sich das Ereignis merkten. Die Erinnerung wurde ihnen also buchstäblich hinter die Ohren geschrieben.

Ist „Schreib dir das hinter die Ohren“ unhöflich?

Unter Erwachsenen kann der Satz belehrend und herablassend wirken, weil er nach Standpauke klingt. Gegenüber Kindern oder im Scherz unter Freunden ist er üblich.

Wie sagt man „sich etwas hinter die Ohren schreiben“ auf Englisch?

Eine wörtliche Entsprechung gibt es nicht. In derselben Situation sagt man etwa „Let that be a lesson to you“.

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