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Etwas auf die lange Bank schieben

Kurz gesagt

Etwas Unangenehmes oder Lästiges immer weiter hinauszögern, statt es zu erledigen.

Auf Englisch
To put something on the back burner
To kick the can down the road
Auch gesagt
Etwas auf die lange Bank spielen

Was bedeutet „Etwas auf die lange Bank schieben“?

Wer etwas auf die lange Bank schiebt, erledigt es nicht, sondern verschiebt es auf später, oft immer wieder. Gemeint sind meist Dinge, die lästig, unangenehm oder unbequem sind: die Steuererklärung, der Zahnarzttermin, das klärende Gespräch mit dem Mitbewohner, eine Reform, über die niemand streiten will. Die Wendung ist umgangssprachlich, in Zeitungen und Reden aber völlig üblich. Über andere gesagt, klingt sie vorwurfsvoll, über sich selbst meist zerknirscht.

Anders als schlichtes Verschieben unterstellt die Wendung Absicht oder zumindest Bequemlichkeit: Die Sache wird nicht vergessen, man drückt sich um sie. Deshalb trifft sie Behörden, Vorstände und Regierungen besonders oft. Wer einen Termin aus gutem Grund verlegt, schiebt ihn nicht auf die lange Bank. Ältere Texte kennen auch Varianten wie „etwas auf die lange Bank spielen“ oder „eine Sache in die lange Bank ziehen“.

Woher kommt „Etwas auf die lange Bank schieben“?

Die Wendung stammt aus dem Gerichtswesen. Grimms Wörterbuch hält fest, sie müsse, „wie man sie auch näher deute, in den gerichten entsprungen sein“. Als frühen Beleg nennt es den Straßburger Prediger Johann Geiler von Kaysersberg, der Anfang des 16. Jahrhunderts klagt, wer kein Geld für den Rechtsweg habe, dessen Sache werde „uf die langen bank“ gezogen. Grimmelshausen schreibt im „Simplicissimus“ von einer Ausrede, mit der jemand „die sach auf die lange bank schieben konnte“.

Was genau die lange Bank war, wird unterschiedlich erklärt. Wander und der Duden denken an lange Bänke oder bankartige Truhen in den Gerichtsstuben, auf oder in denen unerledigte Akten lagen, bis man sich ihrer annahm. Was dort landete, konnte lange liegen bleiben.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Seit Februar liegt der Ordner mit den Belegen auf Svens Schreibtisch. „Ich hab die Steuererklärung mal wieder auf die lange Bank geschoben“, gesteht er im Juli seiner Freundin.

  • „Die Sanierung der Turnhalle wird seit Jahren auf die lange Bank geschoben“, schimpft eine Mutter beim Elternabend, während von der Decke der Putz bröckelt.

  • Mira tippt in die WG-Gruppe: „Leute, das Gespräch über den Putzplan schieben wir nicht wieder auf die lange Bank. Sonntag, 18 Uhr, Küche.“

Häufige Fragen

Was ist mit der „langen Bank“ gemeint?

Eine lange Bank oder bankartige Truhe in den Gerichtsstuben früherer Jahrhunderte. Dort lagen Akten, die noch nicht bearbeitet waren, und blieben oft lange liegen.

Ist „auf die lange Bank schieben“ dasselbe wie „aufschieben“?

Fast. Die Redewendung betont, dass man sich vor etwas Lästigem drückt und es immer weiter hinauszögert. Ein Termin, der aus gutem Grund verlegt wird, ist nicht auf die lange Bank geschoben.

Wie sagt man „etwas auf die lange Bank schieben“ auf Englisch?

Am nächsten kommt „to put something on the back burner“, wörtlich: etwas auf die hintere Herdplatte stellen. Wenn ein Problem immer weiter vertagt wird, sagt man auch „to kick the can down the road“.

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