Den Löffel abgeben
Kurz gesagt
Salopper, leicht flapsiger Ausdruck für sterben, scherzhaft auch für Geräte, die endgültig kaputtgehen.
- Auf Englisch
- to kick the bucket
- to bite the dust
- Auch gesagt
- Den Löffel hinlegen
- Den Löffel fallen lassen
- Gegenteil
- Unkraut vergeht nicht
Was bedeutet „Den Löffel abgeben“?
Wer den Löffel abgibt, stirbt. Die Wendung ist salopp und wird fast immer locker oder mit schwarzem Humor verwendet: über sich selbst („Bevor ich den Löffel abgebe, will ich noch nach Island“), über Romanfiguren, über Prominente in der Klatschpresse. Das DWDS kennzeichnet sie als übertragen und salopp. In einer Trauerrede, gegenüber Angehörigen oder bei einem frischen Todesfall ist sie unpassend und wirkt respektlos.
Gerade weil sie den Tod herunterspielt, eignet sie sich für Gespräche, in denen man über das Sterben reden will, ohne schwer zu werden. Gern überträgt man sie auch auf Dinge: Der alte Kühlschrank hat den Löffel abgegeben, das Auto auch. Ähnlich saloppe Ausdrücke sind „ins Gras beißen“, „abkratzen“ und „über den Jordan gehen“, die teils deutlich derber klingen. Daneben gibt es Formen wie „den Löffel hinlegen“ oder „den Löffel fallen lassen“.
Woher kommt „Den Löffel abgeben“?
Das Bild stammt aus einer Zeit, in der der Löffel das wichtigste und oft einzige persönliche Esswerkzeug war. In bäuerlichen Haushalten aß man aus einer gemeinsamen Schüssel, jeder besaß seinen eigenen, oft selbst geschnitzten Löffel. Nach dem Essen wurde er abgewischt und an ein Brett an der Wand gesteckt. Wer starb, brauchte ihn nicht mehr. Knechte, denen der Bauer einen Löffel geliehen hatte, mussten ihn zurückgeben, wenn sie den Hof verließen.
Das Bild ist schon im 16. Jahrhundert belegt: Johann Fischart schreibt in seiner „Geschichtklitterung“ „Es entful jhm der Löffel“ im Sinn von „er starb“. Viele Mundarten haben eigene Formen, etwa mecklenburgisch „de het den Läpel an de Wand stäken“ oder rheinisch „der hät de letzten Löffel geleckt“. Seit wann sich die heutige Form mit „abgeben“ durchgesetzt hat, ist nicht belegt.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Grillen schwärmt Onkel Rolf von seiner geplanten Weltreise. „Das mache ich noch, bevor ich den Löffel abgebe“, sagt er und dreht die Würstchen um.
„Unser Drucker hat endgültig den Löffel abgegeben“, schreibt Nadine in den Büro-Chat. „Wer bestellt einen neuen?“
In Staffel zwei lässt die Drehbuchautorin den Bösewicht schon in der dritten Folge den Löffel abgeben. In den Kommentaren feiern die Fans.
Häufige Fragen
Ist „den Löffel abgeben“ respektlos?
„Den Löffel abgeben“ ist salopp und wirkt bei einem echten Trauerfall respektlos. Unter Freunden, im Scherz oder über Dinge gesagt, ist die Wendung dagegen üblich.
Warum sagt man „den Löffel abgeben“ für sterben?
Früher hatte jeder im Haushalt seinen eigenen Löffel und aß damit aus der gemeinsamen Schüssel. Wer starb, brauchte ihn nicht mehr, sein Löffel wurde abgegeben oder blieb an der Wand hängen.
Wie sagt man „den Löffel abgeben“ auf Englisch?
Das englische Gegenstück ist „to kick the bucket“, ebenso salopp. Härter klingt „to bite the dust“, das dem deutschen „ins Gras beißen“ entspricht.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Die Hoffnung …