Zum Inhalt springen

Unter die Haube kommen

Kurz gesagt

Heiraten oder geheiratet werden; ursprünglich von Frauen gesagt, heute scherzhaft auch von Männern.

Auf Englisch
To tie the knot
To get hitched
Auch gesagt
Jemanden unter die Haube bringen

Was bedeutet „Unter die Haube kommen“?

„Unter die Haube kommen“ heißt: heiraten, genauer geheiratet werden. Die Wendung fällt bei Familienfesten, in Hochzeitsreden und in der Klatschpresse, wenn ein Promi, ein Fußballstar oder ein Königskind vor den Traualtar tritt. Oft steckt ein „endlich“ darin: Die Verwandtschaft freut sich, dass die Tochter oder der Neffe nun doch noch unter die Haube gekommen ist. Dazu gehört „jemanden unter die Haube bringen“, also verheiraten, wie es früher Eltern mit ihren Töchtern taten.

Duden und DWDS nennen die Wendung umgangssprachlich und scherzhaft. Sie klingt gemütlich und ein wenig altmodisch. Ursprünglich war sie nur auf Frauen gemünzt, Lutz Röhrich erklärt sie mit „einen Mann bekommen“. Heute sagt man sie auch von Männern, meist augenzwinkernd. Die alte Sicht steckt noch in der Duden-Erklärung „von jemandem geheiratet werden“: Die Frau wurde geheiratet, der Mann heiratete. Wer die Wendung ernst meint und jemandem die Heirat als Lebensziel unterstellt, wirkt deshalb schnell bevormundend, das spürt man bei der Frage „Wann kommst du endlich unter die Haube?“.

Woher kommt „Unter die Haube kommen“?

Die Haube war über Jahrhunderte die Kopfbedeckung der verheirateten Frau. Duden und DWDS erklären die Wendung genau damit. Das Grimmsche Wörterbuch beschreibt 1877 die Haube als „zeichen der frauenwürde“ und hält fest: „der verheirateten frau ist die haube als kopftracht vorzüglich eigen, während die jungfrau das lange haar frei herabfallend trägt“. Laut Röhrichs „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“, das das DWDS zitiert, galt das bedeckte Haar schon bei den Römern als Zeichen der verheirateten Frau.

Das Wörterbuch belegt „unter die Haube bringen“ im Sinn von „verheiraten“ bei Wieland und Thümmel, „unter die Haube kommen“ für „Frau werden“ beim Dramatiker Friedrich Wilhelm Gotter, alle im 18. Jahrhundert. Bei Friedrich Rückert erscheinen Kranz und Haube als Gegensatz: Wer der Schäferin ihren Kranz raubt, bringt ihr dafür die Haube. Die Haube ist längst aus dem Alltag verschwunden, die Wendung lebt weiter.

Beispiele aus dem Alltag

  • Beim Familienfest verkündet Tante Gisela stolz: „Jetzt ist auch unsere Jüngste unter die Haube gekommen.“ Die Jüngste ist 38 und verdreht die Augen.

  • „Na, wann kommst du endlich unter die Haube?“, fragt Opa jedes Jahr an Weihnachten. Murat antwortet inzwischen nur noch: „Wenn du mit dem Rauchen aufhörst.“

  • Die Lokalzeitung meldet: „Torjäger des Jahres kommt unter die Haube“. Darunter ein Foto vor dem Standesamt in Bielefeld.

Häufige Fragen

Warum sagt man „unter die Haube kommen“?

Früher trugen verheiratete Frauen eine Haube, unverheiratete dagegen das Haar offen. Wer heiratete, kam also im wörtlichen Sinn „unter die Haube“. Die Kopfbedeckung ist verschwunden, die Redewendung ist geblieben.

Kann man „unter die Haube kommen“ auch von Männern sagen?

Ja, heute ist das üblich, meist scherzhaft. Ursprünglich bezog sich „unter die Haube kommen“ nur auf Frauen, weil nur sie die Haube trugen. Das DWDS belegt die Wendung aber längst auch für Männer.

Was bedeutet „jemanden unter die Haube bringen“?

„Jemanden unter die Haube bringen“ heißt, jemanden verheiraten oder für ihn eine passende Partie finden. Früher taten das Eltern für ihre Töchter, heute sagt man es scherzhaft von Freunden, die verkuppeln wollen.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Aus den Augen, …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Liebe und Freundschaft
↑↓auswählen↵öffnen